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Wahl in Amerika : Clinton: Trump darf nie Atomwaffen befehligen

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Hillary Clinton entwirft ein mögliches Schreckensszenario – mit Donald Trump als amerikanischem Präsidenten Bild: AFP

Hillary Clinton schürt die Angst vor ihrem Konkurrenten ums Weiße Haus: Amerika müssen sich einmal vorstellen, dem Milliardär stände mehr als nur Twitter zur Verfügung, wenn er wütend werde. Seine „Vorliebe für Tyrannen“ sei behandlungsbedürftig.

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          Hillary Clinton hält Donald Trump für ungeeignet, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika zu sein. In einer außenpolitischen Grundsatzrede griff die wahrscheinliche Präsidentschaftskandidatin der Demokraten ihren republikanischen Konkurrenten am Donnerstag ungewöhnlich scharf an. Niemals dürfe Trump das Land oder das amerikanische Militär führen oder die Befehlsgewalt über die Atomcodes erhalten, sagte Clinton am Donnerstag in San Diego. Trump sei auf diese Aufgabe gänzlich unvorbereitet. „Wir können die Sicherheit unserer Kinder und Enkel nicht in die Hände von Donald Trump legen.“

          „Stellen wir uns doch einmal vor, Trump hätte nicht nur seinen Twitteraccount zur Verfügung, wenn er wütend wird, sondern das gesamte Waffenarsenal der Vereinigten Staaten“, sagte Clinton. „Ich denke, dass die Person, die von den Republikanern nominiert wird, nicht geeignet ist, diesen Job zu übernehmen.“ Seine Bemerkungen zur atomaren Bewaffnung anderer Länder oder zum Einsatz von Folter offenbarten einen erheblichen Mangel an Wissen über die Vereinigten Staaten und die Welt, sagte Clinton.

          Wahlkampf : Clinton greift Trump bei Außenpolitik an

          „Faszination für Diktatoren und starke Männer“

          Trumps außenpolitische Vorstellungen seien „gefährlich unzusammenhängend“ und ohnehin eher „eine Serie von bizarren Wutreden“. Trump zum Präsidenten zu machen, wäre „ein historischer Fehler“. Im Gegensatz dazu wies Clinton auf ihre Erfahrung als amerikanische Außenministerin  von 2009 bis 2013 hin. Sie betonte dabei den Wert der zahlreichen Verbündeten der Vereinigten Staaten sowie der Diplomatie und Entwicklungshilfe für die Sicherheit des Landes.

          „Ich kann Trumps bizarre Faszination für Diktatoren und starke Männer nicht verstehen“, sagte Clinton. „Ich überlasse seine Vorliebe für Tyrannen den Psychologen.“ Wenn Trump gewänne, würde der Kreml feiern. Amerika müsste sehr eng mit ihren Alliierten kooperieren, sagte die ehemalige Außenministerin. Sie fügte hinzu, immer dann, wenn Amerika nicht führe, hinterlasse es ein Vakuum. Laut Clinton wolle Trump „unsere Nato-Verbündeten im Stich lassen“.

          Noch während ihrer Rede konterte Trump im Kurznachrichtendienst Twitter: „Schlechter Auftritt der betrügerischen Hillary Clinton! Sie liest schlecht von ihrem Teleprompter ab! Sie sieht nicht einmal präsidentiell aus!“. Das heftige Wortgefecht gibt einen Vorgeschmack darauf, mit welcher selbst für US-Verhältnisse ungewöhnlichen Härte der Kampf um das Weiße Haus im Herbst geführt werden dürfte. Viele Beobachter rechnen mit einem der erbittertsten Wahlkämpfe der jüngeren amerikanischen Geschichte.

          Trump hatte sich in einem Reuters-Interview bereiterklärt, mit Nordkoreas Staatchef Kim über das umstrittene Atomwaffenprogramm des abgeschotteten Staates zu reden. Im Gegenzug lobte ihn die nordkoreanische Führung als „weisen Politiker“. Der Milliardär hat für den Fall eines Wahlsiegs zudem eine deutliche Kürzung der amerikanischen Zahlungen an die Nato angekündigt. Er forderte, dass die europäischen Verbündeten sich stärker einbringen müssten, um ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten. Clinton hat er vorgeworfen, als Außenministerin Libyen „in eine Spielwiese für Dschihadisten“ verwandelt zu haben.

          Auch Ryan will nun Trump wählen

          Unterdessen hat sich einer der einflussreichsten parteiinternen Kritiker bei den Republikanern auf die Seite von Trump geschlagen. Paul Ryan, Sprecher des Repräsentantenhauses und bisher auf Distanz zum mutmaßlichen Präsidentschaftskandidaten seiner Partei, sagte Trump jetzt seine Unterstützung zu. „Ich bin zuversichtlich, dass er dazu beitragen wird, die Ideen unserer Agenda in Gesetze umzusetzen“, schrieb Ryan am Donnerstag in einer Kolumne für die Zeitung „The Gazette“, die in seiner Heimatstadt Janesville (Wisconsin) erscheint. „Deswegen werde ich ihn in diesem Herbst wählen.“

          Paul Ryan hat sich auf die Seite von Donald Trump geschlagen
          Paul Ryan hat sich auf die Seite von Donald Trump geschlagen : Bild: dpa

          „Es ist kein Geheimnis, dass er und ich unsere Differenzen haben“, fuhr Ryan fort. Doch was die republikanische Agenda im Repräsentantenhaus angehe, etwa in der Steuerpolitik, gebe es mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Es gelte die Partei zu einen. Dies müsse über gemeinsame Ideen passieren.

          Trump hat im Vorwahlkampf genug Delegiertenstimmen sicher, um auf dem Parteitag im Juli zum Kandidaten gewählt zu werden. Bei den Demokraten ist Clinton zwar realistisch gesehen der Sieg ebenfalls nicht mehr zu nehmen. Allerdings erhebt Senator Bernie Sanders trotz seines gewaltigen Rückstandes weiter Anspruch auf die Nominierung. Am Dienstag finden Vorwahlen der Demokraten in sechs Bundesstaaten statt. Das besondere Augenmerk liegt dabei auf Kalifornien mit fast 40 Millionen Einwohnern, etwa halb so viele wie Deutschland. Ein Niederlage dort wäre für Clinton peinlich und würde den Republikanern neue Angriffsfläche bieten.

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