https://www.faz.net/-gpf-8uhq8

Gouverneur Kasich über Trump  : Wider die falschen Propheten der Isolation

  • -Aktualisiert am

Amerikas Präsident Donald Trump: Steht für eine isolationistische Politik – nur die eigenen Interessen zählen. Bild: AFP

Der republikanische Gouverneur von Ohio fordert dazu auf, die Werte der freien Welt zu verteidigen. Für John R. Kasich geht es darum, globale Konflikte zu verhindern, damit sich Geschichte nicht wiederholt. Ein Gastbeitrag.

          4 Min.

          Es heißt, dass Geschichte sich wiederholt. Wir sollten aber hoffen – und beten –, dass dies nicht auf unser globales Sicherheitsgefüge zutrifft. Sicherheitsbündnisse wie die Nato, die in den sieben Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg unsere Sicherheit garantiert und einen weiteren globalen Konflikt verhindert haben, zeigen Anzeichen des Zerfalls. Falls die Geschichte sich tatsächlich wiederholt, können wir nicht sagen, wir seien nicht gewarnt gewesen. Wir müssen jetzt etwas unternehmen, um den Lauf der Dinge zu ändern.

          Als Gouverneur eines amerikanischen Bundesstaates, der sein fiskalisches Wohl wiederherstellt, indem er mit den Forderungen und Chancen einer globalen Wirtschaft Schritt hält, bin ich in wachsendem Maße besorgt über die Zukunft der internationalen Allianzen, die lange Zeit den Vereinigten Staaten und ihren Partnern eine stabile Welt und den freien Fluss von Handel und Ideen gesichert haben. Diese Sorgen sind mir nicht neu. Als Mitglied des Kongresses, das 18 Jahre lang dem Streitkräfteausschuss angehört hat, habe ich diese Auflösungstendenzen seit langem verfolgt. Aber angesichts der jüngsten Bedrohungen für unsere Bündnisse, sowohl hier als auch im Ausland, haben sich meine Sorgen verdoppelt.

          Wachsende internationale Spannungen, die durch unangemessene Äußerungen zu Hause geschürt werden, haben dazu geführt, dass viele in diesem Land die internationalen Bündnisse und Beziehungen in Frage stellen. Eine wachsende Zahl von Amerikanern sagt, dass wir besser zu Hause bleiben sollten, als unsere Verbündeten in Übersee zu unterstützen. Auch bei vielen unserer Verbündeten wachsen solche Zweifel.

          „Die gemeinsamen Werte schützen“

          Warum ist die Solidarität mit unseren Verbündeten so wichtig? Es geht um mehr als um den Schutz unserer Grenzen und die Sicherung unserer nationalen Identität, so wichtig das auch sein mag. Es geht vor allem darum, die gemeinsamen Werte zu schützen, welche die Vereinigten Staaten und das, was wir zu Recht als freie Welt bezeichnen, ausmachen: die Redefreiheit, die uneingeschränkte Achtung aller Menschen, unabhängig von Rasse, Geschlecht, Sprache und Religion, und eine Welt, die frei für Reisen und Handel ist.

          In den sieben spannungsvollen Jahrzehnten seit dem Zweiten Weltkrieg waren diese Werte und die zugehörigen moralischen Standards die Grundlage eines internationalen Sicherheitssystems, dessen Teil die Nato war. Leider sind dieses System und seine grundlegenden Werte heute bedroht. Die meisten beteiligten Länder haben es zugelassen, dass unsere internationalen Sicherheitsstrukturen untergraben werden. Aber die Geschichte zeigt, was geschehen wird, wenn unsere internationalen Bündnisse als selbstverständlich betrachtet und dem Zerfall preisgegeben werden, obwohl immer gefährlicher werdende Aggressoren im Aufstieg sind. Schon zweimal, am Vorabend des Ersten Weltkrieges und nochmals in den dunklen Tagen vor dem Zweiten Weltkrieg, wurden wir Zeugen, wie regionale Instabilitäten schnell zu einem globalen Konflikt führten – der Dutzende Millionen Menschen das Leben kostete und große Teile der Welt in Schutt und Asche legte.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Showtime für Ola  Källenius, 51: Am Donnerstag präsentiert er sein elektrisches Spitzenmodell: „So etwas hat die Welt noch nicht gesehen.“

          Elektro-S-Klasse von Mercedes : Der Tesla-Jäger

          Der Daimler-Chef Ola Källenius verkauft fünfmal so viele Autos wie Elon Musk. Trotzdem ist Tesla das Siebenfache wert. Jetzt bläst der Schwede zum Angriff.
          Hier wurde die Notbremse schon gezogen: Passanten am 14. April in der Münchener Innenstadt

          Infektionsschutzgesetz : Hitzige Debatte in Koalition über Notbremse

          In den Fraktionen von Union und SPD wird die Bundes-Notbremse bis in die Details diskutiert. Manche wollen Sport im Freien sicherstellen, andere fragen nach Sonderregelungen für Kinderschuhgeschäfte.

          Champions League : Das sind die Gründe für das Bayern-Aus

          In der anstrengenden Corona-Saison fehlte dem FC Bayern in den entscheidenden Spielen gegen Paris Saint-Germain die Qualität. Trainer Hansi Flick bemängelt das schon länger.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.