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Trump macht Wahlkampf : Letzte Hoffnung China-Bashing

  • -Aktualisiert am

„Jetzt wieder aufmachen:“ Am 17. April forderten Hunderte Trump-Anhänger in Michigan die Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen. Bild: dpa

Republikaner waren verzweifelt: Würde sich Trump von den Demokraten in China-Kritik übertrumpfen lassen? Der Präsident drehte bei. Und der Wahlkampf ist wieder da, wo er ohne Corona wäre.

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          Aus der Ferne mag es wirken, als könne sich Donald Trump nicht entscheiden, wem er Amerikas Corona-Probleme anlasten möchte. Konzentriert sich hier ein um seine Wiederwahl bangender Republikaner darauf, den oppositionellen Demokraten Versagen und Undankbarkeit zu unterstellen? Oder ist vornehmlich ein amerikanischer Oberbefehlshaber bemüht, China als Urheber einer Weltkrise zu brandmarken und dadurch den Aufstieg eines strategischen Rivalen zu bremsen? Am Wochenende rief Trump einerseits die Bürger zum Aufstand in Bundesstaaten auf, in denen demokratische Gouverneure noch keine Entwarnung geben mögen und strenge Ausgangsbeschränkungen in Kraft bleiben sollen. Andererseits gab er seine zwischenzeitliche Zurückhaltung gegenüber China wieder auf und drohte Peking mit „Konsequenzen“, sollte es wissentlich die Pandemie befördert haben.

          Bei näherem Hinsehen entpuppt sich beides schnell als Teil des amerikanischen Präsidentenwahlkampfes. Denn der entwickelt sich gerade zu einem Überbietungswettbewerb in der Frage, wer harscher gegen China vorgeht. Die Demokraten sind entschlossen, Trump das im Land verbreitete Ressentiment gegen den asiatischen Konkurrenten nicht wieder allein zu überlassen. Viele republikanische Senatoren und Abgeordnete wiederum sehen in verschärftem China-Bashing erst recht ihre letzte Chance, sich im November trotz Rezession zu behaupten. Die Wahlkampfstäbe von Trump wie vom Demokraten Joe Biden haben längst Werbespots mit chinafreundlichen Äußerungen des jeweils anderen zusammengetragen. Dass ausgerechnet der Präsident das Spiel zwischendurch nicht mehr mitspielen wollte, brachte viele Konservative zur Verzweiflung.

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