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Farage trifft Trump : Vereint gegen das Establishment

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Wahlkampfhelfer: Nigel Farage auf Donald Trumps Bühne Bild: AP

Nigel Farage spricht Donald Trump und dessen Anhängern Mut zu: Umfragen sei nicht zu trauen. Den Brexit nennt er als Vorbild für den republikanischen Kandidaten.

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          Der frühere Ukip-Chef und Brexit-Befürworter Nigel Farage ist auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in Jackson im amerikanischen Bundesstaat Mississippi aufgetreten. Er rief die Unterstützer des republikanischen Präsidentschaftskandidaten auf, „gegen das Establishment“ zu stimmen und nannte die Entscheidung der Briten, die EU zu verlassen, als Vorbild. „Mit einem gut gezielten Stein haben wir wie David den großen Goliath getroffen und ihn besiegt“, sagte er.

          Donald Trump, der sich vor Kurzem in einem Tweet selbst als „Mr. Brexit“ bezeichnet hatte, sagte bei der Vorstellung Farages auf der Wahlkampfbühne: „Das britische Volk hat am 23. Juni für seine Unabhängigkeit gestimmt - und genau das wollen wir auch tun.“ Die Briten, „hart arbeitende Leute und ein großartiges Volk“, hätten mit dem Brexit-Votum dafür gestimmt, die Idee einer Welt ohne Grenzen aufzugeben, hinter der große Konzerne und Medienunternehmer steckten. „Sie haben dafür gestimmt, die Kontrolle über die Einwanderung, über die Wirtschaft und über ihre Regierung wiederzuerlangen.“

          Als Ausländer, sagte Farage, werde er den Amerikanern keine Wahlempfehlung geben. Wenn er aber selbst amerikanischer Bürger wäre, würde er auch nicht für Hillary Clinton stimmen, „wenn man mich dafür bezahlen würde“. Alles sei möglich, sprach er Trump und dessen Anhängern Mut zu. Die Umfragen hätten den Brexit auch nicht vorhergesehen. Die „Umfrage-Industrie“ habe alles getan, um die Brexit-Unterstützer zu entmutigen, aber: „In Wahrheit lagen sie alle falsch.“

          Farages Auftritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Trump in den Umfragen deutlich hinter seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton zurückgefallen ist. Eine neue Studie des Marktforschungsunternehmens Ipsos zufolge würde Clinton beim jetzigen Stand der Umfragen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent das nächste Staatsoberhaupt der Vereinigten Staaten werden. Nach den am Mittwoch veröffentlichten Daten des Projekts States of the Nation liegt die ehemalige Außenministerin nicht nur sechs Prozentpunkte vor ihrem republikanischen Rivalen Donald Trump. Sie würde dabei auch Siege in den wichtigen Bundesstaaten Florida, Ohio und Virginia einfahren. Gegenwärtig hat Clinton demnach mindestens 268 Stimmen im Wahlmännerkollegium sicher, nur zwei weniger als sie zum Sieg benötigt. Trump kann bislang auf mindestens 179 Stimmen in dem Gremium zählen, dessen Mitglieder die Mehrheitsverhältnisse in den einzelnen Bundesstaaten abbilden.

          Das Projekt beruht auf einer wöchentlichen Online-Befragung von etwa 16.000 Menschen und berücksichtigt unter anderem demografische Faktoren, Parteizugehörigkeit und die Wahrscheinlichkeit der tatsächlichen Stimmabgabe. Auf dieser Grundlage werden dann mehr als 25 Millionen Computersimulationen durchgespielt, um den wahrscheinlichsten Ausgang der Abstimmung am 8. November zu ermitteln.

          Allerdings weisen Experten darauf hin, dass in den zehn Wochen bis dahin noch viel passieren kann. „Es gibt immer die Möglichkeit einer Überraschung im Oktober“, sagte der Politikwissenschaftler Tom Smith von der University of Chicago. Mit dem Begriff des „October surprise“ wird in der amerikanischen Politik ein großes Ereignis oder eine neue Entwicklung bezeichnet, die noch kurz vor der Wahl zu einem Stimmungsumschwung führt. Auf demokratischer Seite könnten das neue Enthüllung über Spenden an Clintons Stiftung sein. Beide Kandidaten treten zudem noch in mehreren TV-Duellen gegeneinander an.

          Trotzdem zeigen die Reuters/Ipsos-Simulationen, dass Trump besonders bei Frauen, gemäßigten Republikanern und Minderheiten deutlich an Zuspruch gewinnen muss, wenn er eine Chance auf die Nachfolge von Barack Obama haben will. Selbst eine hundertprozentige Wahlbeteiligung der weißen Bürger bei einer gleichzeitigen Halbierung der Beteiligung der Afroamerikaner und Hispanics verglichen mit 2012 würde ihm nicht reichen. Ohne einen neuen Skandal aufseiten Clintons „sehe ich einfach keine Möglichkeit für Trump aufzuholen“, sagte Smith.

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