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F.A.S. exklusiv : „Letzte Chance, um den Freihandel zu retten“

Trump während er ein Dekret gegen das Freihandelsabkommen TPP unterzeichnet Bild: AFP

Der Präsident der amerikanischen Handelskammer in Deutschland ist alarmiert: Im Kongress wird schon an einer Importsteuer von 20 Prozent gearbeitet, sagt er der F.A.S. Es bleibe nur ein schmales Zeitfenster, um Trump vom Freihandel zu überzeugen.

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          Die Interessenvertretung amerikanischer Unternehmen in Deutschland und deutscher Unternehmen mit Amerikageschäft ist in großer Sorge um den freien Handel. „Wenn wir das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten noch retten wollen, bevor es zu spät ist, dann müssen wir jetzt in Washington unseren Einfluss geltend machen“, sagte der Präsident der Amerikanischen Handelskammer in Deutschland, Bernhard Mattes, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Gefragt seien die Bundesregierung, die Europäische Union und die Unternehmer selbst.

          Thomas Gutschker

          Politischer Korrespondent für die Europäische Union, die Nato und die Benelux-Länder mit Sitz in Brüssel.

          Mattes war diese Woche zu politischen Gesprächen in Washington. Er kehrte mit dem Eindruck zurück, dass „die Anhänger des Protektionismus leider auf dem Vormarsch sind“. So werden im von den Republikanern dominierten Kongress Pläne für eine Steuer von 20 Prozent auf Importe vorangetrieben, auf Wunsch von Präsident Trump. Das träfe etwa Konsumgüter, Feinwerkzeuge und Produktionsanlagen, die aus Deutschland geliefert werden. 

          „Strittige Punkte überschaubar halten“

          Dadurch würden die Produkte in Amerika entweder teurer oder die Margen der Hersteller kleiner, wenn sie im Wettbewerb mit amerikanischen Anbietern stehen. Außerdem könnten europäische Staaten im Gegenzug Importsteuern auf amerikanische Einfuhren erheben. „Protektionistische Maßnahmen wie Strafzölle, Importsteuern oder die Aufkündigung internationaler Handelsverträge haben in einer globalisierten Welt keinen Platz“, sagte Mattes, der bis vor kurzem die Ford-Werke in Köln leitete und dort nun im Aufsichtsrat sitzt.

          Mattes setzte sich gegenüber der F.A.S. für ein ambitioniertes Freihandelsabkommen zwischen Amerika und der EU ein, das aber nicht alles bis ins letzte Detail regeln soll. „Wir müssen insbesondere die strittigen Punkte überschaubar halten.“ Er sieht angesichts der protektionistischen Bestrebungen nur ein schmales Zeitfenster für Verhandlungen. Momentan sei nicht einmal klar, ob die amerikanische Regierung einen Unterhändler einsetzen werde.

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