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TV-Interview mit Donald Trump : Ein Dollar ist dem Milliardär genug

  • -Aktualisiert am

Donald Trump bei seinem Besuch im Weißen Haus Bild: dpa

Als amerikanischer Präsident will Donald Trump nahezu vollständig auf seine Bezüge verzichten. In seinem ersten TV-Interview nach der Wahl weicht er einige seiner Wahlversprechen entscheidend auf.

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          In seinem ersten Fernsehinterview nach der Wahl vom vergangenen Dienstag hat sich Donald Trump im CBS-Politmagazin „60 Minutes“ erstmals zu seinen politischen Versprechungen geäußert und seinen Plänen, sie als amerikanischer Präsident in die Tat umzusetzen. Einige seiner Wahlversprechen weichte er entscheidend auf, sein Temperament dagegen verteidigte er. Zu aufbrandender Fremdenfeindlichkeit sagte er: „Hört auf.“

          Es ginge ihm politisch besonders um drei Bereiche, betonte Trump im Gespräch mit der Journalistin Lesley Stahl: Immigration, Gesundheitsvorsorge und eine Steuerreform. Zudem wolle er Geld statt in militärische Einsätze lieber in die Infrastruktur des Landes investieren. Er wolle die „wahrscheinlich zwei Millionen, vielleicht drei Millionen“ kriminellen illegalen Immigranten deportieren und die Grenze sichern“ – offenbar nicht unbedingt mit einer Mauer, sondern auch mit Zaunsegmenten. Dann wolle er entscheiden, wie mit den weiteren illegalen Immigranten umzugehen sei, die er als „wunderbare Leute“ bezeichnete. Im Wahlkampf hatte Trump gesagt, er wolle sämtliche illegalen Immigranten – geschätzte elf Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten – ausweisen. Er werde Jobs durch eine Vereinfachung des Steuersystems und durch eine Steuersenkung schaffen. Und er werde Obamacare widerrufen und durch ein besseres System ersetzen, das allerdings zwei der populärsten Aspekte von Obamas Gesundheitsreform beibehalten soll – die Pflicht der Versicherungen, auch Menschen mit Vorerkrankungen zu versichern, und die Möglichkeit für Kinder, bis zum Alter von 26 in den Policen ihrer Eltern zu bleiben. „Es wird eine großartige Gesundheitsvorsorge für viel weniger Geld. Keine schlechte Kombination.“

          Sein vielfach kritisiertes, oft ungezügeltes Temperament verteidigte er mit den Worten, es sei sein größter Vorzug. Eigentlich sei er ein besonnener Mensch, so Trump, die Presse aber stilisiere ihn zum wilden Mann. „Ich werde mich sehr gut betragen, aber manchmal muss man auch etwas rauer werden“, sagte er mit Blick auf „die Welt und die unterschiedlichen Kräfte, die unser Land ausnutzen.“ Manchmal brauche man eine bestimmte Rhetorik, um die Leute zu motivieren. Twitter werde er womöglich weiter einsetzen, vor allem zur Gegenwehr gegen „schlechte Storys“ – soll heißen: negative Presse. Der Presse gab er auch die Schuld für die Ängste vieler Latinos und Muslime vor Übergriffen. Lesley Stahl hatte Mühe, ihn doch noch zu einer deutlichen Botschaft gegen Fremdenfeindlichkeit zu bewegen. Trump sagte schließlich: „Ich würde sagen: Tut das nicht, das ist schrecklich. Denn ich werde dieses Land zusammenbringen.“ Als Stahl wiederholte, dass Latinos und Muslime bedrängt werden, sagte Trump: „Ich sage: Hört auf damit. Wenn es hilft. Ich werde das sagen, und ich werde es direkt in die Kamera sagen: Stoppt das.“ Wenn die Leute ihn kennen würden, wüssten sie, dass sie keine Angst zu haben brauchten, so Trump.

          Stahl nahm ihn auch im Hinblick auf seine Selbstinszenierung als Bekämpfer des Establishments in die Zange. Sie wies daraufhin, dass zu Trumps Übergangsteam Lobbyisten aus der Telekommunikationsbranche, aus dem Öl- und Gasgeschäft und der Nahrungsmittelindustrie gehören und brachte ihn damit vorübergehend ins Schwimmen. In Washington sei nun mal jeder ein Lobbyist, die würden das System kennen, aber er wolle das stufenweise abbauen. Er wolle „Washington aufräumen“. 

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