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Sturm auf das Kapitol : „Ich dachte, ich folge meinem Präsidenten“

  • -Aktualisiert am

Anhänger von Präsident Donald Trump stürmen Anfang Januar das Kapitolgebäude, wo die Abgeordneten den Sieg des gewählten Präsidenten Joe Biden bei der Wahl im November bestätigen sollten. Bild: dpa

Am dritten Tag des Impeachment-Verfahrens im Senat wollten die Demokraten belegen, dass Donald Trump seine Anhänger zur Gewalt ermutigte. Die Republikaner planen, sich bei der Verteidigung kurz zu fassen.

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          „Ich dachte, ich folge meinem Präsidenten. Ich befolgte, wozu wir aufgerufen worden waren. Er forderte uns auf, da hin zu fliegen. Er bat uns, da zu sein.“ Jennifer Ryan war dabei, als Donald Trumps Anhänger am 6. Januar nach monatelangen Ankündigungen ihren „Sturm“ aufs Kapitol in die Tat umsetzen wollten. Nun steht die Immobilienmaklerin aus Texas vor Gericht. Ihre öffentlichen Bitten um eine Begnadigung waren in Trumps Amtstagen ungehört verhallt. Stattdessen verlas eine der Anklägerinnen Ryans Aussagen gegenüber Journalisten nun im Impeachment-Verfahren. Die Abgeordnete Diana DeGette aus Colorado wollte damit zeigen, was viele der Angreifer nach monatelangem Konsum von Trumps Propaganda gedacht hatten: „Sie kamen her, weil der Präsident sie dazu angewiesen hatte“, sagte DeGette.

          Den Anklägern ging es am dritten Tag des Impeachment-Verfahrens im Senat vor allem darum, diese Verbindung zwischen Trumps Worten und den Straftaten vom 6. Januar zu belegen. Dazu zeigten sie abermals Videos, zitierten aus Gerichtsakten und riefen Interviews in Erinnerung, die die Aufrührer gegeben hatten. Wieder und wieder wurde klar, dass viele der rechten Trump-Anhänger offenkundig davon ausgingen, auf dessen Wunsch zu handeln, als sie das Kapitol und die Politiker darin attackierten. Ziel war es, das Wahlergebnis umzukehren oder so viel Chaos und Zerstörung zu erzeugen, dass Trump gleichsam Herr des Ausnahmezustandes werden sollte.

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