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Rudy Giuliani : Trumps Schatten

  • -Aktualisiert am

Giuliani, hier im Mai 2018 bei einer Konferenz in New York, hat eine lange Geschichte mit Trump. Bild: ERIN SCHAFF/The New York Times/R

Rudy Giuliani hatte gehofft, Donald Trumps Außenminister zu werden. Stattdessen wurde er der Anwalt des Präsidenten. Spätestens in der Ukraine war das keine Privatangelegenheit mehr. Wie lange wird Trump seinem geltungssüchtigen Gefährten die Treue halten?

          11 Min.

          Eigentlich ist Rudy Giuliani ein Offensivspieler. Er kennt nur die eine Richtung: nach vorn. Es ist eine der Eigenschaften, die der amerikanische Präsident besonders an ihm schätzt. Gerät Giuliani doch einmal in die Defensive, weicht das Dauergrinsen kurz aus seinem Gesicht. Wie vor wenigen Wochen, als er in einem Interview eine scheinbar beiläufige Bemerkung machte. Er wolle etwas über das Gerede sagen, Donald Trump könnte geneigt sein, ihn fallenzulassen: Das werde er nicht. Im Übrigen aber verfüge er, Giuliani, über eine „sehr gute Versicherung“.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Als kurz darauf die Deutung die Runde machte, Trumps persönlicher Anwalt habe dem Präsidenten auf eine Art und Weise gedroht, die eigentlich eher in New Yorker Mafiakreisen üblich sei, meldete sich Giuliani noch einmal zu Wort. Auf Twitter wies er darauf hin, es habe sich um einen Scherz gehandelt. Und auch Trump reagierte demonstrativ gelassen: Giuliani sei ein großartiger Kerl. Überhaupt fällt auf, dass Trump bisher kein böses Wort über Giuliani verloren hat. Das entspricht sonst gar nicht seiner Art. Zumal im Weißen Haus schon mehrere Leute auf den Präsidenten eingeredet haben, er möge endlich die Verbindung zu seinem Anwalt abbrechen, ihm zumindest einen Maulkorb verpassen. Doch Trump steht zu Giuliani und lässt ihn weitermachen.

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