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Trumps Amtszeit : Ende einer Irrfahrt

Washington in der Nacht zum Mittwoch Bild: AFP

Joe Bidens Mandat ist so eindeutig wie unmöglich: Amerika vom Gift seiner Pathologien befreien, das Donald Trump dem Land und seiner Partei injiziert hat.

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          So sieht also das Ende der Amtszeit eines Präsidenten aus, der Amerika angeblich wieder „groß“ machen wollte: Am Tag der Machtübergabe gleicht Washington einer Festung; Zehntausende Sicherheitskräfte sind im Einsatz, aus Furcht vor einem Attentat und um zu verhindern, dass sich so etwas wie der Sturm auf das Kapitol auch nur ansatzweise wiederholt – ein Land im Alarmzustand. Es ist niederschmetternd und noch nicht alles: Abermals kommt es zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump; diesmal wegen Anstiftung zur Gewalt. Der Praktiker der Disruption schreibt Geschichte auf schändlich-unrühmliche Art. Er scheidet auf dem Tiefpunkt seines Ansehens.

          Nein, dieser Präsident hat Amerika nicht auf imaginierte Höhen geführt, sondern zerstörerische Abgründe eröffnet. Das Land ist zerrissen wie selten zuvor, sein Ansehen regelrecht verfallen, und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Karten der Weltpolitik neu gemischt werden. All jene haben recht behalten, die schon vor der Wahl 2016 gesagt hatten, Trump sei für das Amt charakterlich und intellektuell nicht geeignet. In der Corona-Pandemie ist diese Unfähigkeit zu einer Sache von Leben und Tod geworden. Sein aufputschender Ritt auf der Welle eines aggressiven (weißen) Populismus, der selbst vor dem Herzen der amerikanischen Demokratie nicht haltmachte, hat Amerika und seinen Institutionen schweren Schaden zugefügt. Zu sagen, auf seinen Nachfolger warte eine Herkulesaufgabe, ist keine Übertreibung.

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          Danika Maia

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