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Trump gegen Clinton : Missbrauchsvorwürfe als Wahlkampfwaffe

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Vor der Wahl : Sexuelle Belästigungsvorwürfe gegen Trump

Eine Frau namens Katie Johnson behauptet, 1994 im Alter von 13 Jahren, von Trump und dem, wegen Sexualdelikten bereits verurteilten Finanzier, Jeffrey Epstein brutal vergewaltigt worden zu sein. Schon im April hatte sie Klage eingereicht, jedoch ohne einen Anwalt eingeschaltet zuhaben, weswegen die Schrift aus technischen Gründen zunächst verworfen wurde. Unter dem Pseudonym „Jane Doe“ reichte Johnson die Klage im Juni abermals ein, zog sie Mitte September zurück, um sie Ende September wieder einzureichen. Diesmal mit Verweis auf eine „Tiffany Doe“, angeblich eine damalige Angestellte Epsteins, die den Übergriff bezeugen könne.

In verschiedenen Medien tauchte ein Video auf, in dem eine unkenntlich gemachte Person schwere Anschuldigungen gegenüber Trump erhebt. Recherchen des britischen Guardian zufolge habe ein Journalist unter dem Pseudonym „Al Taylor“ die Aufnahme an Medien weitergeleitet. Laut der Recherchen der britischen Zeitung steckt höchstwahrscheinlich der ehemalige Produzent Norm Lubow hinter „Al Taylor“. Lubow ist unter anderem dafür bekannt, dass er behauptet hatte, der des Mordes beschuldigte ehemalige Football-Star O.J. Simpson habe Drogen gekauft, während seine Frau umgebracht wurde. Darüber hinaus bezichtigte er Courtney Love, die Witwe von Nirvana-Sänger Kurt Cobain, des Mordes an ihrem Ehemann. Der an schweren Depressionen leidende und drogensüchtige Rockstar hatte sich 1994 jedoch mit einem Gewehr in seinem Haus selbst umgebracht.

Sind die Vorwürfe glaubwürdig?

Laut eigenen Angaben baten die Journalisten des Guardian „Al Taylor“ mehrmals, zuzugeben, er sei in Wahrheit Norm Lubow. Nach einigen Tagen des Schweigens bekamen die Journalisten eine SMS von der Nummer, über die sie zuvor mit „Al Taylor“ Kontakt hatten: „Ich bin Katie Johnson. Warum fragen sie nach Lubow? Ich kenne niemanden mit diesem Namen und habe nie jemanden gekannt. Wenn Sie wirklich ein Reporter sind, wie sie sagen, (…) warum fragen Sie dann nicht, wie es sich anfühlt, dass der Perverse, der mich vergewaltigt hat als ich 13 Jahre alt war, Präsident dieses großartigen Landes werden will?“

Das Clinton-Lager hat diese Anschuldigungen gegen Trump noch nicht für den Wahlkampf genutzt. Clinton verweist eher auf Frauen, die über Beleidigungen und Demütigungen durch Trump berichten. Und von denen gibt es eine ganze Reihe. In einem langen Bericht der New York Times beschreiben ehemalige Mitarbeiter, Teilnehmerinnen von Schönheitswettbewerben und Ex-Freundinnen von Trump dessen Umgang mit Frauen.

Viele Vorwürfe gegen Trump

Sie zeichnen das Bild eines chauvinistischen Machos, der sich selbst für einen Gott hält und der festen Überzeugung ist, er tue Frauen etwas Gutes, wenn er sie etwa auf ihr Übergewicht hinweise. Über Trumps respektlosen Umgang mit verheirateten Frauen hat auch Trumps ehemalige Geschäftspartnerin Jill Harth berichtet, die über einen längeren Zeitraum von ihm sexuell belästigt worden sein soll. Am Mittwoch veröffentlichte die New York Times die jüngsten Vorwürfe gegen Trump. Zwei Frauen berichten in dem Artikel, vor Jahren von Trump unangemessen berührt und geküsst worden zu sein. Sein Verhalten sei pervers.

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