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Russland-Affäre : Wenn Putin meint und Trump glaubt

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„Ich kann doch da nicht rumstehen und mit ihm streiten“: Trump und Putin im kurzen Gespräch in Da Nang. Bild: Reuters

Donald Trump glaubt, gemeinsam mit Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi „alle Probleme der Welt lösen“ zu können. Amerikas Kongress erhält unterdessen ein immer klareres Bild von der Dreistigkeit Russlands.

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          Am Freitag teilte Donald Trumps Sprecherin mit, in Vietnam werde die Zeit nicht für ein „förmliches Treffen“ mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin reichen. Am Samstag berichtete Trump den mitreisenden Journalisten aber, er habe beim Apec-Gipfel „drei sehr kurze Gespräche“ mit Putin geführt und dabei eine Erklärung zu Syrien vereinbart, die „enorme Mengen von Leben retten“ werde. Das habe „sehr schnell“ geklappt, weil er und Putin „ein sehr gutes Gefühl füreinander haben“. Er glaube, sagte Trump, „dass die Leute sehr froh darüber sein werden und sehr beeindruckt“.

          Andreas Ross
          Verantwortlicher Redakteur für Nachrichten und Politik Online.

          Da sich die Syrien-Erklärung aber nur an Formeln entlanghangelt, mit denen Washington und Moskau seit jeher ihren Streit überkleistern, fanden die Reporter anderes spannender: Ob die Präsidenten auch über Moskaus Wahlkampfeinmischung geredet hätten? Trump ließ sich nicht lange bitten. Putin habe ihm „gesagt, dass er sich nicht eingemischt hat. Ich habe ihn noch mal gefragt. Man kann die Frage nur soundso oft stellen.“ Trump fügte hinzu: „Ich kann doch da nicht rumstehen und mit ihm streiten“, vielmehr müsse er mit Putin die Konflikte in Syrien, Nordkorea und der Ukraine lösen, um „Millionen über Millionen von Leben zu retten“. Die Berichte über russische Manipulationen seien eine „künstliche Hürde“, ja ein „Auftragsmord“ der Demokratischen Partei. „Und manche sagen, wenn Putin es getan hätte, dann hätte er sich nicht erwischen lassen.“ Nein, wenn Putin ihm versichere, dass Russland mit der Wahl in Amerika nichts zu tun gehabt habe, „dann glaube ich wirklich, dass er es meint“. Putins Dementi sei „sehr stark, und er scheint wirklich beleidigt zu sein“. Das schade Amerika.

          Eine Einflusskampagne mit Cyberangriffen und Propaganda

          Während sich Trump also von Putins Dementi beeindruckt zeigte, tat er die drei führenden Geheimdienstchefs der Obama-Ära – den CIA-Direktor John Brennan, den Nationalen Geheimdienstdirektor James Clapper und den FBI-Direktor James Comey – als Parteisoldaten seiner Gegner ab. Comey, den er im Mai entlassen hatte, sei ein „Lügner“, behauptete Trump. Stunden später versicherte die CIA in einer ihrer seltenen Presseerklärungen, dass der Geheimdienst auch unter dem von Trump eingesetzten und hochgelobten Direktor Mike Pompeo hinter der Einschätzung stehe, die Clapper im Januar veröffentlicht hatte. Demnach hatte Putin eine Einflusskampagne mit Cyberangriffen und Propaganda befohlen, um das Vertrauen in den amerikanischen Wahlprozess zu untergraben, die demokratische Kandidatin Hillary Clinton herabzuwürdigen und Trumps Wahlchancen zu vergrößern.

          Nun ruderte Trump zurück – ein bisschen. Am Sonntag sagte er auf einer Pressekonferenz in Hanoi: „Ich glaube, dass (Putin) meint, dass er und Russland sich nicht in die Wahl eingemischt haben. Zur Frage, ob ich das glaube oder nicht, da stehe ich an der Seite unserer Dienste, besonders unter ihrer jetzigen Führung.“ Unmöglich könne man seine Worte vom Vortag anders interpretieren: „Das war doch für jedermann klar.“ Zuvor hatte Trump auf Twitter gefragt: „Wann werden all die Hasser und Deppen da draußen begreifen, dass ein gutes Verhältnis zu Russland eine gute Sache ist, keine schlechte Sache?“ Davon durften sich getrost Abgeordnete wie Adam Schiff angesprochen fühlen. Der Demokraten-Obmann im Geheimdienstausschuss hatte auf Twitter festgehalten, dass nicht nur Putin beleidigt sei, sondern nach Trumps Auftritt „das amerikanische Volk“.

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