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Erstes Fernseh-Interview : Trump will Millionen illegale Einwanderer sofort ausweisen

  • Aktualisiert am

Trump will offenbar eines seiner Wahlkampfversprechen wahr machen Bild: AFP

Donald Trump hat eine Abschiebung von bis zu drei Millionen Einwanderern ohne gültige Papiere angekündigt. Auch an seinen Plänen zum Mauerbau hält er fest.

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          Der zukünftige amerikanische Präsident Donald Trump will bis zu drei Millionen Menschen ohne gültige Dokumente ausweisen. Dies seien Kriminelle, Drogendealer und Bandenmitglieder, sagte Trump in seinem ersten Fernsehinterview nach seiner Wahl dem Sender CBS. „Wir schaffen sie außer Landes, oder wir sperren sie ein.“

          Nachdem die Grenze wieder sicher sei und sich alles normalisiert habe, werde eine Entscheidung getroffen, was mit anderen Menschen ohne gültige Dokumente geschehe, sagte Trump, ohne Mexiko direkt zu erwähnen. Er sprach in diesem Zusammenhang von „wunderbaren Menschen“. Insgesamt halten sich in den Vereinigten Staaten nach Schätzungen elf Millionen illegal auf.

          Der ranghöchste Republikaner, Paul Ryan, versuchte vor diesem Hintergrund die Wogen zu glätten. Trump werde zum Wohle aller Amerikaner arbeiten, sagte er dem Sender CNN. Niemand müsse sich fürchten. „Eine Massendeportation ist nicht das, worauf wir uns konzentrieren“, sagte Ryan. „Wir werden uns auf Grenzsicherheit konzentrieren.“

          Trump hält mit Abstrichen auch an seinem umstrittenen Mauerbau an der Grenze zu Mexiko fest. Auf die Frage, ob er wirklich eine Mauer bauen wolle, antwortete Trump: „Ja“. Der Immobilienmilliardär fügte hinzu: „In gewissen Bereichen ist eine Mauer angebracht. Ich kenne mich damit sehr gut aus, es heißt Bau.“ In einigen Gebieten könnte es „etwas Einzäunung“ geben.

          CBS veröffentlichte bereits Ausschnitte aus dem Interview, das Sonntagabend 19.00 Uhr Ortszeit (1.00 Uhr MEZ) ausgestrahlt wird.

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          Es gab bereits unter dem scheidenden Präsidenten Barack Obama massenhafte Abschiebungen – 2,5 Millionen Menschen wurden zwischen 2009 und 2015 über die Grenzen außer Landes gebracht. Doch Obama betrieb zugleich eine Einwanderungsreform, die Millionen von Menschen zu einem dauerhaften Aufenthaltsrecht verhelfen sollte. Das Projekt wurde aber von den Republikanern im Kongress und zuletzt auch vom Obersten Gericht abgeblockt.

          Wenn Trump nun ernst macht, wird die Zahl der Abschiebungen nochmals drastisch zunehmen. Selbst seit vielen Jahren im Land lebende Einwanderer, die einst als Kinder illegal die Grenze überquerten, bangen um ihre Zukunft in den Vereinigten Staaten.

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          Unser Autor: Sebastian Reuter

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