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Trumps Kabinett : Eine Frau für die UN

Nikki Haley soll Amerika in den UN repräsentieren. Bild: AFP

Nikki Haley soll Amerika bei den Vereinten Nationen repräsentieren. Die Auswahl der Gouverneurin ohne außenpolitische Erfahrung für sein Kabinett ist ein Signal Donald Trumps an seine innerparteilichen Gegner.

          2 Min.

          Der neue amerikanische Präsident Donald Trump hat angeblich seine nächste Personalentscheidung getroffen. Wie amerikanische Medien, zuerst die „Post and Courier“ unter Berufung auf eine ungenannte Quelle, berichten, soll Nikki Haley UN-Botschafterin Amerikas werden, ein Posten mit Kabinettsrang. Wie es weiter heißt, habe Haley das Angebot Trumps akzeptiert.

          Oliver Kühn
          (okü.), Politik

          Nikki Haley ist Gouverneurin des Bundesstaats South Carolina und gilt als kommender Star der Republikaner. Die 44 Jahre alte Tochter indischer Einwanderer verfügt jedoch über sehr wenig außenpolitische Erfahrung, da sie sich vor allem mit Handels- und Arbeitspolitik beschäftigt hat. Nichtsdestotrotz war sie auch für den Posten als Außenminister in Trumps Kabinett im Gespräch. Wie die „Washington Post“ schreibt, seien ihre außenpolitischen Ansichten dem republikanischen Mainstream zuzurechnen. Die Personalie soll laut amerikanischen Medien am Mittwoch offiziell bekannt gegeben werden.

          Der Aufstieg zur UN-Botschafterin wäre eine weitere Sprosse auf der Karriereleiter der studierten Buchhalterin. 2004 wurde sie ins Repräsentantenhaus ihres Heimatstaats gewählt und 2010 zur ersten Frau im Amt des Gouverneurs von South Carolina. Haley gilt als der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung nahestehend und hat sich gegen Abtreibung und die Gesundheitsreform von Barack Obama ausgesprochen und ist für das Recht auf Waffenbesitz. Nationale Bekanntheit erlangte sie, als sie nach dem Massaker in einer Kirche für Afroamerikaner im Juni vergangenen Jahres forderte, die Konföderiertenflagge nicht mehr auf offiziellen Gebäuden zu hissen. Der Täter, Dylan Roof, hatte in der Kirche neun Menschen erschossen und vorher auf Bilder oft mit der Flagge der Südstaaten posiert.

          Haley wäre die erste Frau in Trumps Kabinett und die erste nicht-weiße Person inmitten der fünf Männer die Trump bis jetzt ausgesucht hat. Die Ernennung Haleys müsste vom Senat gebilligt werden, der jedoch in republikanischer Hand ist. Trump könnte mit der Auswahl Haleys ein Zeichen an den Teil der Republikaner senden, der ihm immer noch kritisch gegenübersteht. Haley hatte in den Vorwahlen zuerst Marco Rubio und dann Ted Cruz unterstützt und den Kurs der Trump-Kampagne öffentlich kritisiert. Nach einem Treffen mit dem nächsten amerikanischen Präsidenten am vergangen Donnerstag sagte sie jedoch zu Journalisten, sie habe Trump niemals abgelehnt. Sie seien schon vor den Wahlen freundschaftlich verbunden gewesen. Trump hatte 2002 5000 Dollar für Haley gespendet. Da Haley nun nicht mehr für den Posten als Außenministerin in Frage kommt, scheinen die Chancen zu steigen, dass Mitt Romney dieses Amt übernimmt.

          Eine Beförderung Haleys hätte noch einen positiven Nebeneffekt für Trump, schreibt die „Washington Post“. Ihren Posten würde dann Henry McMaster übernehmen, der Haley 2010 in den Vorwahlen zur Gouverneurswahl unterlegen war. McMaster war der erste ranghohe Politiker, der Trumps Kandidatur für die Präsidentschaft unterstützt hatte.

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