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Ehemaliger Chefstratege : Der tiefe Fall des Steve Bannon

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Das Weiße Haus hätte sich dazu entscheiden können, die Bannon-Zitate als Fake zu bezeichnen – wie so vieles. Stattdessen lässt der Präsident seinen Ex-Chefstrategen fallen, bezeichnete ihn nur noch als „Mitarbeiter“ mit geringem Einfluss. Am Mittwoch sagte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders, Trump und Bannon hätten seit dessen Abschied nur zwölfmal miteinander gesprochen. Soweit man im Moment wisse, seien fast alle Kontakte von Bannon initiiert worden. Dabei ging Bannon bei Trump lange ein und aus. Allerdings war der Präsident in letzter Zeit häufig wütend auf seinen Vertrauten, weil der den Wahlsieg als sein eigenes Werk darstellte. In einem Interview mit „Vanity Fair“ sagte Bannon zudem kurz vor Weihnachten, Trump habe eine dreißigprozentige Chance, für die volle Amtszeit zu regieren.

Am Neujahrstag veröffentlichte Bannons Magazin „Breitbart“ dann einen Artikel über „Jared Kushners schlimmste Momente 2017“: Unklar sei, warum Kushner überhaupt noch eine Sicherheitsfreigabe fürs Weiße Haus habe, nachdem er ins Visier der Russland-Ermittlungen geriet und viele seiner Kontakte erst nach und nach anzeigte. „Breitbart“, sonst kein Freund der Demokraten, zitierte Kongressabgeordnete, die mehr über Kushners Immobiliendeals und seine Kontakte nach Russland wissen wollen.

Bannon glaubt laut dem Buch von Michael Wolff, dass Trump und sein Umfeld die Russland-Ermittlungen völlig falsch einschätzen. „Die sitzen an einem Strand und versuchen, einen Hurrikan der Kategorie 5 zu stoppen“, sagte er laut dem Journalisten. Einige Beobachter glauben nun, dass Bannon es selbst sein könnte, der diesen Sturm am Ende kräftig anfachen wird. In den sozialen Netzwerken spekuliert manch einer über einen möglichen Deal Bannons mit Robert Mueller – und auch, wenn das weit hergeholt erscheint, sehen viele in ihm zumindest eine Schlüsselfigur künftiger Ermittlungen.

Rechte könnten sich von Bannon abwenden

Der demokratische Kongressabgeordnete Ted Lieu aus Kalifornien forderte auf Twitter: „Angesichts der Äußerungen von Steve Bannon müssen die Ausschüsse des Kongresses ihn nun vorladen, um ihn zu den Russland-Ermittlungen zu befragen.“ Bannons Kehrtwende in Sachen Russland könnte ihm jedoch auch Schwierigkeiten bei seinen eigenen Leuten einbringen. Die interessieren sich bekanntlich weniger für die Russland-Verbindungen des Präsidenten, sondern mehr für mutmaßliche Vergehen von Hillary Clinton.

Steve Bannon sieht sich nach wie vor als Sprachrohr dieser rechtsgerichteten Basis. Er wollte eigentlich dafür sorgen, dass rechte Kandidaten bei den Kongresswahlen in diesem Jahr etablierte Republikaner innerparteilich herausfordern. Bislang ist unklar, ob Bannon dieses Projekt nun weiter verfolgen wird. Kelli Ward, die Kandidatin, die Bannon in Arizona unterstützt, ging jedenfalls schon am Mittwochabend auf Nummer Sicher und erklärte, der „Breitbart“-Chef sei nur einer von vielen Unterstützern. Denn dass die rechte Basis der „Make America Great Again“-Enthusiasten weiter zu Bannon halten wird, ist keineswegs gesagt. Schließlich ist es letztlich Donald Trump, der ihre Ziele umsetzen muss – etwa eine schärfere Einwanderungspolitik und den Bau der Mauer zu Mexiko. Beides seien nach wie vor Top-Prioritäten des Präsidenten, stellte Sprecherin Sarah Huckabee Sanders am Mittwoch klar.

Es gibt bereits Anzeichen dafür, dass sich einflussreiche Rechte von Bannon distanzieren, um weiter auf Trump zu setzen. So twitterte Matt Drudge vom „Drudge-Report“, Bannon sei „schizophren“ und es sei kein Wunder, dass er sich mit einer kleinen Armee von Bodyguards umgebe. Die ersten Twitter-Reaktionen der Protagonisten der „Alt-Right“ zeigen, dass sie um Orientierung ringen. Viele wollten erst einmal nicht glauben, dass Bannon tatsächlich richtig zitiert wurde.

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