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Trump und die Nato : In Putins Interesse?

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Wladimir Putin und Donald Trump bei ihrem Treffen in Hamburg am 7. Juli 2017. Bild: AP

Donald Trump soll einen Nato-Austritt der Vereinigten Staaten erwogen und Aufzeichnungen von Gesprächen mit Putin verhindert haben. Kritiker sehen das als Indiz für Nähe zu Russland – aber Trump hat auch andere Gründe.

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          Abfällige Worte von Donald Trump gegen die Nato sind die internationalen Partner gewöhnt. Als „überflüssig“, da veraltet, bezeichnete der amerikanische Präsident das Verteidigungsbündnis schon 2017 in einem Interview. Trump ließ auf solche Anwürfe oft ein Bekenntnis zur Nato folgen – mit etwas zeitlichem Abstand, meist sachlich vorgetragen von seinen Sprechern. Das stiftete gerade so viel Unruhe, dass der Präsident seinen Anhängern gegenüber Stärke demonstrieren konnte, es blieb aber ohne konkrete Folgen – bis auf die Forderung an die Partner, ihre Verteidigungsausgaben zu erhöhen. Laut eines Berichts der „New York Times“ soll Trump im Laufe des vergangenen Jahre allerdings mehrmals erwogen haben, sein Land aus der Nato zurückzuziehen.

          Die Zeitung zitierte anonyme Regierungsmitarbeiter. Demnach habe Trump im Juli 2018, als der Nato-Gipfel in Brüssel stattfand, gesagt, er sehe den „Sinn“ des Bündnisses nicht. Es bringe Amerika vor allem Nachteile, soll der Präsident gegenüber Mitarbeitern behauptet haben. Angeblich sei Trump nur von mehreren Ministern und Sicherheitsberater John Bolton davon abgehalten worden, öffentlich mit einem Austritt zu drohen. In Brüssel beschimpfte er dann zwar Verbündete wie Deutschland dafür, dass sie ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkämen. Trump erklärte aber auch, er glaube grundsätzlich an die Nato.

          Russland würde profitieren

          Die Informanten aus Regierungskreisen sollen laut der „New York Times“ nun in Sorge darüber sein, dass Trump seine Drohung öffentlich erneuern könnte, wenn die anderen Mitglieder nicht bald ihre Verteidigungsetats erhöhen würden. Vordergründig geht es Trump darum, dass die Vereinigten Staaten finanziell und militärisch die Hauptlast des nordatlantischen Verteidigungsbündnisses tragen. Doch viele Beobachter glauben, dass der Präsident noch andere Interessen verfolgt. Wenn Trump in Brüssel explizit mit dem Austritt aus der Nato gedroht hätte, dann hätte vor allem Russland davon profitiert. Präsident Wladimir Putin hat schließlich ein Interesse daran, das Bündnis zu schwächen und eine weitere Osterweiterung zu verhindern.

          Eine öffentliche Nato-Austrittsdrohung Trumps hätte zudem die Entfremdung der Vereinigten Staaten von den europäischen Partnern noch verstärkt. Michèle Flournoy, ehemalige Staatssekretärin im Verteidigungsministerium der Regierung von Barack Obama, sagte der „New York Times“, ein Nato-Austritt würde nicht nur die Ergebnisse aus über 70 Jahren Regierungsarbeit zerstören, sondern auch den „größten Erfolg, den sich Wladimir Putin in seinen wildesten Träumen ausmalen kann“ bedeuten. Admiral James G. Stavridis, ehemaliger Oberkommandierender eines der strategischen Hauptquartiere der Nato in Virginia, sagte der Zeitung, ein Austritt wäre „das Geschenk des Jahrhunderts für Putin“ und schon die Diskussion darüber sei schädlich.

          Gesprächsnotizen geheim gehalten?

          Dass Trumps Ansichten den Interessen des russischen Präsidenten entgegen kommen, regt immer wieder zu Mutmaßungen über eine mögliche Zusammenarbeit der beiden an. Vor kurzem war bekannt geworden, dass Trump versuchte, den Inhalt persönlicher Gespräche mit dem russischen Präsidenten geheim zu halten. Laut der „Washington Post“ soll der Präsident bei mindestens einer Gelegenheit die Notizen seines Dolmetschers an sich genommen haben. Trump habe diesen aufgefordert, nicht mit anderen Regierungsmitgliedern über die Unterhaltung zwischen ihm und Putin zu sprechen. Auch der Bericht der „Post“ beruft sich auf anonyme Regierungsmitarbeiter. Konkret soll es um das erste Treffen mit dem russischen Präsidenten in Hamburg im Sommer 2017 gegangen sein. Von fünf Gesprächen zwischen Trump und Putin soll es zudem keine offiziellen Aufzeichnungen geben.

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