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Donald Trump : „Russland, wenn Du zuhörst...“

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Donald Trump Bild: AFP

Die Demokraten beschuldigen Russland für die Veröffentlichung von 20.000 E-Mails des Parteivorstands. Donald Trump sieht darin abermals eine Chance, sich zu profilieren – und fordert das Land auf, die fehlenden E-Mails zu finden.

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          Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat jegliche politische Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin zurückgewiesen. „Ich habe nichts mit Putin zu tun, ich habe noch nie mit ihm geredet“, sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Doral in Florida.

          Hintergrund ist eine Affäre um fast 20.000 gehackte E-Mails des demokratischen Parteivorstands. Die Demokraten beschuldigen Russland, hinter der Veröffentlichung zu stehen und sich so zugunsten von Trump in den Wahlkampf einzumischen. Trump sagte: „Wenn Russland dahinter steht, was sie wahrscheinlich nicht tun (...), dann wäre das aus einem anderen Grund sehr schlecht für uns, weil es nämlich zeigen würde, dass sie sehr wenig Respekt für unser Land hätten.“

          Trump rief Moskau in der Pressekonferenz aber auch dazu auf, sich auf die Suche nach E-Mails zu machen, die von einem privaten Server Hillary Clintons gelöscht worden waren. „Russland, wenn Ihr zuhört, ich hoffe Ihr findet die 30.000 E-Mails, die verschwunden sind“, sagte er, während er direkt in die Kameras blickte. „Ich denke, dafür werdet Ihr von unserer Presse mächtig belohnt werden.“ Clinton hatte in ihrer Zeit als Außenministerin auch dienstliche E-Mails über private Server abgewickelt. Ein Teil der Kommunikation wurde gelöscht.

          Auf die neuen Äußerungen von Trump reagierte das Clinton-Lager nun erbost. Es sei das erste Mal, dass ein wichtiger Präsidentschaftskandidat eine ausländische Macht „aktiv ermutigt“, seinen politischen Gegner auszuspionieren, erklärte ein ranghoher Berater Hillary Clintons. Dies habe nichts mehr mit Neugier und Politik zu tun, sondern werde zu einer Frage nationaler Sicherheit.

          Zuvor hielt der amerikanische Präsident es für möglich, dass Russland aktiv versuche, die Wahlen in den Vereinigten Staaten zu beeinflussen. Er sagte aber auch: „Ich glaube, dass Trump drüben in Russland eine ziemlich positive Berichterstattung erhalten hat.“ Donald Trump werden Sympathien zum russischen Präsidenten Putin nachgesagt. Während den Vorwahlen behauptete der republikanische Präsidentschaftskandidat, dass er mit Wladimir Putin gut auskäme, wenn er der nächste amerikanische Präsident werde. Auch hat er für den Kreml-Chef mehrmals lobende Worte gefunden.

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