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Trump-Kommentar : Krieg unter Republikanern

In der amerikanischen Politik herrscht ein Klima des hasserfüllten Gegeneinanders, auch unter den Republikanern. Das zeigte zuletzt die Senatsvorwahl in Alabama – wo der von Trump unterstützte Kandidat verlor.

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          Donald Trump kann vieles und viele nicht leiden, und er drückt sein Missfallen gern drastisch aus – protestierende schwarze Footballspieler hat er gerade „Hurensöhne“ genannt. Was an dem Egomanen aber am meisten nagt, sind Niederlagen.

          Das Scheitern eines von ihm protegierten Senatskandidaten im fundamentalistisch-republikanischen Alabama gegen einen rassistischen, islamfeindlichen, religiös eifernden und Waffen schwingenden Vertreter der ganz harten Rechten, die kein gutes Haar am eigenen Partei-Establishment und an Washington insgesamt lässt, und denen Trump seinen Wahlsieg verdankt, hat ihn so gewurmt, dass er seine sämtlichen Unterstützer-Tweets sofort gelöscht hat.

          Dass der von ihm gefeuerte rechtsradikale Einpeitscher Bannon sich für den Sieger der Vorwahl voll eingesetzt hat, muss Trump besonders wurmen. Regieren ist in dem Klima hasserfüllten Gegeneinanders unmöglich.

          Dass sich das bald ändert, ist unwahrscheinlich, nicht zuletzt, weil nicht nur Republikaner und Demokraten unversöhnlich sind, sondern auch weil im republikanischen Lager ein Krieg tobt.

          Richard Wagner
          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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