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Vorwahlen in Amerika : Trump klagt über „unfaire Berichterstattung“

  • Aktualisiert am

Kein Mann der leisen Töne: Republikaner Donald Trump Bild: AFP

Nach seiner Niederlage bei den Vorwahlen der Republikaner in Iowa schaltet Donald Trump wieder auf Angriff. Diesmal trifft es die Medien und seinen Konkurrenten Ted Cruz.

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          Donald Trump bemüht sich nach seiner Niederlage bei den Vorwahlen der Republikaner in Iowa um Schadensbegrenzung – und geht in den Angriffsmodus über. Der umstrittene Politiker, der immer wieder mit fragwürdigen Äußerungen für Aufsehen sorgt, traf inzwischen im Bundesstaat New Hampshire ein, wo die nächste Runde der Vorwahlen stattfinden wird. Zuvor hatte sich Trump über die Rede seines Kontrahenten Ted Cruz lustig gemacht, gegen den er in Iowa verloren hatte. Er bezeichnete Cruz als überladen. Zudem beklagte er sich über die angeblich „unfaire Berichterstattung“ in den Medien.

          Im erzkonservativen New Hampshire gilt Trump dennoch weiter als Favorit. In allen Umfragen liegt der Wirtschaftstycoon deutlich vor seinen Herausforderern. Dort hat Cruz – der erste Republikaner lateinamerikanischer Herkunft, der eine Runde in einem Vorwahlkampf gewonnen hat – schlechte Karten. Geschlagen geben will er sich aber natürlich trotzdem nicht. Auch Cruz traf daher mittlerweile in New Hampshire ein und begann sofort mit dem Wahlkampf. Er erinnerte daran, dass in dem Bundesstaat 1980 schon einmal ein Kandidat das Rennen gemacht hatte, den die Medien abgeschrieben hatten: Ronald Reagan. „Diese Wahl wird nicht von den Lobbyisten und vom Washington-Kartell entschieden werden“, sagte Cruz vor etwa 200 Unterstützern in der Crossing Life-Kirche in Windham.

          Jeb Bush legte gegen Trump nach. Er veröffentlichte einen Werbespot, in dem er Trump als „Mann mit großen Unsicherheiten und Schwächen“ bezeichnete.

          Bei den Demokraten hat der Wahlkampf in New Hampshire ebenfalls an Fahrt gewonnen. Hillary Clinton, die in Iowa nur mit einem hauchdünnen Vorsprung gegen ihren Widersacher, den Senator des Bundesstaates Vermont Bernie Sanders, gewonnen hat, kündigte in einer Rede an, sie werde Sanders zu einem „Wettkampf der Ideen“ herausfordern.

          Hat die erste Runde im Vorwahlkampf der Demokraten nur mit hauchdünner Mehrheit gewonnen: Hillary Clinton
          Hat die erste Runde im Vorwahlkampf der Demokraten nur mit hauchdünner Mehrheit gewonnen: Hillary Clinton : Bild: dpa

          Clinton rechnet sich in New Hamphsire  Chancen aus: Im Vorwahlkampf 2008 gelang es ihr, den späteren Sieger und heutigen Präsidenten Barack Obama dort zu schlagen. Umfragen zufolge liegt Sanders in New Hampshire bislang jedoch vorne.

          Innerhalb ihrer Partei wird Clinton trotzdem weiter als Favoritin gehandelt: Nach ihrer Beinahe-Niederlage gegen Sanders habe sich die gesamte Parteihierarchie der Demokratische Partei hinter sie gestellt, schreibt die Washington Post. Dort habe das erstaunliche gute Abschneiden Sanders’ für Überraschung gesorgt.

          Allerdings ist auch Sanders gut aufgestellt. Um Geld muss er sich keine Sorgen machen: Alleine im Januar hat sein Wahlkampfteam 20 Millionen Dollar an Spenden gesammelt. Der Großteil kommt dabei offenbar von einfachen Amerikanern: Die Höhe der Spenden betrug im Schnitt 27 Dollar.

          Die Auseinandersetzung mit Sanders habe Schwächen Clintons offengelegt, schreibt die Washington Post weiter. So sei es ihr nicht gelungen, für ähnlich viel Begeisterung zu sorgen wie Sanders, der vor allem bei jungen Amerikanern gut ankommt und mit seiner Kampagne in den sozialen Medien für Wirbel sorgt. Der Clinton-Unterstützer und politische Stratege Steve Rosenthal sagte der Zeitung: „Sanders hat Geld. Und er hat eine verlockende Botschaft. Und er wird ein immer besserer Kandidat.”

          Amerika : Ted Cruz gewinnt in Iowa vor Trump

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