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Trump in der Ukraine-Affäre : Bedrohlicher Ruf

Wehrt sich mit allen Mitteln: Donald Trump Bild: AFP

Amerikas Präsident schlägt unter wachsendem Druck um sich und mobilisiert das Volk gegen das Establishment. Sein Vorgehen lässt das Schlimmste befürchten. Manche Äußerung klingt fast wie ein Ruf zu den Waffen.

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          Die Art und Weise, wie Donald Trump unter dem wachsenden Druck eines drohenden Amtsenthebungsverfahrens um sich schlägt und das Volk gegen das Establishment mobilisiert, lässt das Schlimmste befürchten. Dem amerikanischen Präsidenten ist offenbar jedes Mittel bis hin zur Instrumentalisierung ausländischer Regierungschefs recht, um Ermittlungen gegen ihn selbst zu diskreditieren.

          Nach dem Ukrainer Selenskyj nun der Australier Morrison – wer wird als Nächster als Kollaborateur dieses maß- und skrupellosen Präsidenten, der im Stile eines Mafia-Bosses seine Gegner bedroht, aus dem Dunkel auftauchen? Die Polarisierung der amerikanischen Gesellschaft hat sich schon bei anderen Gelegenheiten gewalttätig entladen, ein Marsch rassistischer Neonazis 2017, bei dem es eine Tote und Verletzte gab, ist noch in unguter Erinnerung.

          Jetzt hat Trump die Einlassungen seines Lieblingspredigers verbreitet, der für den Fall einer Amtsenthebung einen „bürgerkriegsähnlichen Riss“ befürchtet. In dem zuvörderst von Trump selbst vergifteten Klima klingt das fast schon wie ein Ruf zu den Waffen.

          Richard Wagner
          Verantwortlicher Redakteur für Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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