https://www.faz.net/aktuell/politik/von-trump-zu-biden/donald-trump-erklaert-bei-rede-dass-er-ein-nationalist-sei-15852148.html

Donald Trump : „Ich bin ein Nationalist“

  • Aktualisiert am

Der amerikanische Präsident spricht bei einer Wahlkampfveranstaltung in Houston in Texas. Bild: AFP

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Texas kritisiert Trump Globalisten als „Personen, die sich nicht so sehr um das eigene Land kümmern“. Er selbst verstrickt sich in einen Widerspruch.

          1 Min.

          Laut Duden ist unter Nationalismus ein übersteigertes Bewusstsein zu verstehen, bei dem die eigene Nation glorifiziert wird. Nationalismus geht oft mit dem Bestreben einher, dass die ganze Welt nach den eigenen Vorstellungen geformt werden soll. Vor allem aufgrund des Nationalsozialismus als Form des Nationalismus wird der Begriff meist abwertend gebraucht.

          Am Montagabend bezeichnete der amerikanische Präsident Donald Trump sich selbst als Nationalist. Bei einer Wahlkampfveranstaltung der Republikaner in Texas appellierte er, Senator Ted Cruz wieder zu wählen und der Partei dabei zu helfen, die Kontrolle über den Kongress zu behalten.

          Bei der Veranstaltung kritisierte Trump die Demokraten als  „korrupte, machthungrige Globalisten“. „Sie wissen, was ein Globalist ist, oder?“, fragte Trump seine Zuhörer. „Ein Globalist ist eine Person, die möchte, dass der Globus gut abschneidet, ehrlich gesagt kümmert er sich nicht so sehr um unser Land. Und wissen Sie was? Das können wir nicht haben. Sie wissen, sie haben ein Wort – es wurde irgendwie altmodisch – es heißt Nationalist. Und ich sage, wirklich, wir sollten dieses Wort nicht benutzen. Weißt du was ich bin? Ich bin ein Nationalist, OK – ich bin ein Nationalist“, sagte der Präsident. „Verwenden Sie dieses Wort.“

          In einem Interview im April 2017 sagte er dem „Wall Street Journal“: „Hey, ich bin ein Nationalist und ein Globalist. Ich bin beides.“ Zu dieser Zeit wurden einige Mitglieder seiner Regierung von Kritikern als Globalisten betrachtet, darunter der ehemalige Direktor des National Economic Council Gary Cohn.

          Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken auf Trumps Äußerungen ließen nicht lange auf sich warten. Nutzer verglichen Trump mit den Autokraten Hitler, Mussolini, Franco und Gaddafi und riefen dazu auf, bei der anstehenden Kongresswahl wählen zu gehen.

          Einige verwiesen auch auf Albert Einstein, der Nationalismus als „Kinderkrankheit“ bezeichnete.

          Weitere Themen

          Das neue Bürgergeld kommt Video-Seite öffnen

          Deutschland : Das neue Bürgergeld kommt

          Bundestag und Bundesrat haben sich geeinigt und die Einführung des Bürgergelds beschlossen. Zum 1. Januar soll der Regelsatz dann von 449 Euro auf 502 Euro steigen.

          Lieber Heldentod als Verkehrsunfall

          Putin trifft Mütter : Lieber Heldentod als Verkehrsunfall

          Um auf Kritik zu reagieren, arrangiert der Kreml ein Treffen mit ausgewählten Müttern von Kämpfern. Ihnen erzählt der Präsident, wie gut es sei, für die Heimat zu sterben statt durch Alkohol oder einen Unfall.

          Topmeldungen

          Putin mit den Müttern von Kämpfern

          Putin trifft Mütter : Lieber Heldentod als Verkehrsunfall

          Um auf Kritik zu reagieren, arrangiert der Kreml ein Treffen mit ausgewählten Müttern von Kämpfern. Ihnen erzählt der Präsident, wie gut es sei, für die Heimat zu sterben statt durch Alkohol oder einen Unfall.
          Gefragter Rohstoff: Lithiumabbau in West-Australien

          Geopolitischer Wettbewerb : Alle wollen Seltene Erden

          Rohstoffe sind mindestens so begehrt wie Energie. Vielerorts wird jetzt die Politik aktiv, um neue Abhängigkeiten von China zu verhindern.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.