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Corona trifft Amerika hart : Bidens Appell zur Einigkeit

Joe Biden im November in Wilmington Bild: AP

Die Pandemie hat besonders Amerika grausam getroffen und die Spaltung vertieft. Der künftige Präsident Biden hat die Amerikaner an Thanksgiving zur Versöhnung aufgerufen. Doch dem Land steht ein harter Winter bevor.

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          Weltweit steigt die Zahl der registrierten Infektionen mit Sars-CoV-2; die der an und mit dem Coronavirus Gestorbenen lag zuletzt bei mehr als 1,4 Millionen. Die Debatte, wie die Pandemie eingedämmt werden kann, ähnelt in vielen Ländern der in Deutschland: Wie drastisch müssen das öffentliche und wirtschaftliche Leben und der Tourismus (wieder) eingeschränkt werden angesichts erschreckender Rekordmeldungen? Von welchem Punkt an kippt die Balance – epidemiologisch, gesellschaftlich, politisch? Wann geraten die Gesundheitssysteme so unter Druck, dass Erkrankte nicht mehr angemessen behandelt werden können? Wie kann Gottesdienst an Weihnachten gefeiert werden? Ob in Italien oder in Mexiko: Die Intensivstationen der Krankenhäuser füllen sich (wieder) schnell; dabei stehen wir auf der nördlichen Halbkugel erst am Beginn des Winters.

          Die Vereinigten Staaten hat das Virus besonders schlimm getroffen, in absoluten „offiziellen“ Zahlen am schlimmsten. Und vermutlich ist die Debatte über die Gefährlichkeit von Covid-19 und die geeigneten Maßnahmen dagegen auch besonders hart und kulturkämpferisch aufgeladen geführt worden. Denn die Corona-Krise ist rasch Teil der allgemeinen politischen Auseinandersetzung geworden, ein Spiegel der Spaltung und Zerrissenheit: Das Tragen einer Maske und deren Verweigerung wurden zu politischen Bekenntnissen; nicht zuletzt gegenüber einem Präsidenten, der die Gefährlichkeit des neuen Virus zunächst leugnete, sich mit demokratischen Gouverneuren unsägliche Gefechte lieferte und einer schnellen Öffnung der Wirtschaft das Wort redete, koste es, was es wolle. Die Opferzahlen sprechen eine traurige Sprache, auch weil sich darin niederschlägt, wie unzureichend die Gesundheitsversorgung vieler Amerikaner ist.

          An diese Opfer, an Schmerz, Verlust und Zorn hat der gewählte Präsident Biden aus Anlass des amerikanischen Feiertags erinnert, „Thanksgiving“. Vielleicht haben die Amerikaner aufmerksamer hingehört, als er sagte: „Wir sind im Krieg mit dem Virus, nicht miteinander.“ Welche frohe Botschaft wäre das, wenn der Versöhnungsimpuls nicht gleich verpuffte! Das zu glauben fällt allerdings schwer. Dem Land steht ein „langer, harter Winter“ bevor, selbst wenn die Verfügbarkeit von Impfstoffen in erfreulich realistische Nähe gerückt ist.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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