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Erste Äußerungen zum Sieg : Biden bezeichnet Trumps Verhalten als „peinlich“

  • Aktualisiert am

Joe Biden während seiner ersten Pressekonferenz nach dem Sieg bei der Präsidentschaftswahl Bild: AFP

Zum ersten Mail, seit amerikanische Medien am Samstag Joe Bidens Sieg verkündeten, stellt sich der Demokrat den Fragen der Öffentlichkeit – und nutzt die Chance, um das Verhalten von Amtsinhaber Trump zu verurteilen.

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          Der Sieger der amerikanischen Präsidentschaftswahl Joe Biden will sich von den Störfeuern von Amtsinhaber Donald Trump nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nichts werde seine Regierung davon abhalten, sich auf ihren Amtsantritt im Januar vorzubereiten, sagte Biden am Dienstag in seiner Heimatstadt Wilmington in Delaware. Dass Trump sich nach wie vor weigere, seine Wahlniederlage einzugestehen, bezeichnete er als „peinlich“. „Das wird nicht zum Vermächtnis des Präsidenten beitragen.“

          Biden stellte sich am Dienstag erstmals den Fragen vor Journalisten, seit er anhand von Auszählungsergebnissen und Prognosen der amerikanischen Medien am Samstag nach langer Hängepartie zum Sieger der Wahl erklärt worden war. Trump erkennt diesen Sieg weiterhin nicht an, einige ranghohe Republikaner stärken ihm den Rücken. Der Republikaner will die Wahl noch immer nicht anerkennen und den Wahlausgang vor Gericht anfechten. Die Vereidigung Bidens soll am 20. Januar stattfinden.

          Präsident Trump legt auch weiterhin keine Beweise für seine Betrugsvorwürfe. Die Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa hatten bei der Wahl keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. Der Leiter der OSZE-Mission, Michael Georg Link, hatte Trumps Manipulationsvorwürfe als „haltlos“ bezeichnet.

          Biden sagte am Dienstag vor Reportern zudem, dass die Reaktionen, die er auf der ganzen Welt von Verbündeten und Freunden bekommen habe, positiv gewesen seien. Er sei zuversichtlich, dass es gelingen werde, Amerika wieder zu einem respektierten Partner zu machen. Über seine Telefonate mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen Staats- und Regierungschefs sagte Biden: „Zunächst einmal lasse ich sie wissen, dass Amerika zurück ist. Wir werden wieder im Spiel sein. Es geht nicht nur um Amerika.“

          Merkel und Biden sichern sich enge Zusammenarbeit zu

          In einem Telefonat mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte der 77-Jährige nach Angaben seines Teams auch die Absicht, die transatlantischen Beziehungen insgesamt über die Zusammenarbeit mit der EU und in der Nato wiederzubeleben. Biden habe sein Interesse bekundet, bei gemeinsamen Herausforderungen eng mit Merkel zusammenzuarbeiten. Dazu gehörten die Bekämpfung der Corona-Pandemie, der Klimaschutz und die Wiederbelebung der globalen Wirtschaft. „Er hat auch die Möglichkeit begrüßt, mit der EU an einer gemeinsamen Agenda zu arbeiten“, hieß es in der Erklärung des Biden-Teams.

          Nach Angaben des deutschen Regierungssprechers Steffen Seibert wünschte Merkel sich in dem Telefonat mit Biden eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Beide seien sich einig gewesen, „dass der transatlantischen Zusammenarbeit angesichts der Vielzahl globaler Herausforderungen eine hohe Bedeutung zukommt“. Merkel habe auch der zur Vizepräsidentin gewählten Kamala Harris ihre Glückwünsche übermittelt.

          Die Kanzlerin hatte Biden bereits am Samstag schriftlich gratuliert. Am Montag bot sie ihm in einer öffentlichen Stellungnahme ein stärkeres deutsches Engagement in Sicherheitsfragen an. „Wir Deutsche und wir Europäer wissen, dass wir in dieser Partnerschaft im 21. Jahrhundert mehr eigene Verantwortung übernehmen müssen“, sagte die CDU-Politikerin.

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