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Trumps Personalpolitik : „Die Nominierung eines Rassisten ist völlig inakzeptabel“

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Donald Trump und sein künftiger Chefstratege Steve Bannon (rechts) bei einem Besuch in dem Gettysburg National Military Park Bild: AP

Donald Trump stößt mit seinen Personalentscheidungen auf Widerstand. Ein ehemaliger Präsidentschaftskandidat erhebt schwere Vorwürfe gegen den künftigen Chefstrategen im Weißen Haus.

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          Der bei den amerikanischen Vorwahlen auf Seiten der Demokraten unterlegene Senator Bernie Sanders hat den designierte Präsidenten Donald Trump aufgefordert, den ultrarechten Wahlkampfmanager Stephen Bannon nicht zum neuen Chefstrategen zu machen. Die Nominierung eines „Rassisten“ für eine Leitungsposition sei „völlig inakzeptabel“ erklärte der Senator aus dem Bundesstaat Vermont am Mittwoch. In einer Demokratie sei Platz für Meinungsverschiedenheiten, aber „Rassismus und Sektierertum“ hätten in der Politik keinen Platz. „Die Nominierung von Herrn Bannon durch Herrn Trump muss annulliert werden“, forderte Sanders.

          Bannon, der in den vergangenen Monaten die Wahlkampagne von Trump geleitet hatte, wird als Chefstratege im Weißen Haus einer der mächtigsten Mitglieder des Regierungsteams. Der 62-Jährige war Chef der ultrakonservativen Nachrichten-Website „Breitbart News“, die sich mit einem Anti-Eliten- und Anti-Einwanderer-Kurs vor allem an weiße, rechtskonservative Leser richtet.

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          Über die Zusammensetzung von Trumps Kabinett herrscht weiter Unklarheit. Der Chef der größten amerikanischen Bank JPMorgan Chase, Jamie Dimon, wird nach wie vor als möglicher Finanzminister gehandelt. Für Aufsehen sorgte am Mittwoch eine Twitter-Nachricht der Fernsehmoderatorin Maria Bartiromo, wonach Dimon den Posten bekommen werde. Die Aktie des Finanzkonzerns fiel daraufhin um mehr als drei Prozent und ging mit einem Minus von 2,5 Prozent aus dem Handel.

          Später schränkte Bartiromo ein, dass auch der frühere Goldman-Sachs-Manager Steve Mnuchin immer noch im Gespräch sei. Klarheit werde es erst Ende der Woche geben. Bartiromos Kollege Charles Gasparino twitterte, Dimon wolle das Amt nicht, würde aber beratend zur Seite stehen. Bartiromo und Gasparino arbeiten beide für den Wirtschaftssender Fox Business Network. Auch die Nachrichtenagentur Reuters bekam von Insidern widersprüchliche Informationen. Aus Trumps Team verlautete, Dimon setze sich sehr dafür ein, das Amt zu bekommen. Ein anderer Insider sagte dagegen, der Manager wolle nicht Finanzminister werden.

          Die Namen Dimon und Mnuchin sind seit Tagen in der Diskussion. Der JPMorgan-Chef hat zwar wiederholt erklärt, nicht interessiert zu sein. Es kommt in den Vereinigten Staaten aber selten vor, dass jemand einen Posten im Kabinett eines neuen Präsidenten ausschlägt. Dimon würde damit auch seinen eigenen Konzern in eine schwierige Lage bringen. Denn das Unternehmen würde dann von einer Regierung beaufsichtigt, der er den Laufpass gegeben hatte.

          Spekulationen gibt es auch über den künftigen Chef des amerikanischen Außenministeriums. Zuletzt war der frühere New Yorker Bürgermeister Rudolph Giuliani als Favorit gehandelt worden. Laut „New York Times“ hat Trump jedoch wachsende Bedenken gegen den Republikaner. Nun sei auch Nikki R. Haley, Gouverneurin des Bundesstaats South Carolina, für den Posten im Gespräch.

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