https://www.faz.net/-gpf-a64tb
Bildbeschreibung einblenden

Trump und sein Justizminister : Barrs gefährlicher Balanceakt

Justizminister William Barr Bild: Reuters

Justizminister William Barr weist Vorwürfe eines systematischen Wahlbetrugs zurück. Doch liefert er Donald Trump anderen Stoff, um dessen Nachfolger Joe Biden zu diskreditieren.

  • -Aktualisiert am
          5 Min.

          Von den vielen „Meine Jahre mit Donald“-Büchern, die in den nächsten Jahren über die Trump-Ära geschrieben werden, hätten die Erinnerungen William Barrs gewiss die besten Chancen in den Bestsellerlisten. Man muss dies leider im Konjunktiv formulieren. Denn die Verschwiegenheit, die einem Justizminister aufgetragen wird, gilt über die Amtszeit hinaus. So wird Barr das größte Rätsel der Trump-Regierung bleiben.

          Majid Sattar

          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Seit der Präsidentenwahl hat sich der Republikaner kaum zu Wort gemeldet. Als Barr vor drei Wochen ein Memorandum veröffentlichte, in dem er seine Bundesanwälte aufforderte, „substantiellen Vorwürfen der Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe und der Stimmzählung“ nachzugehen, war die Nervosität in Washington groß: Würde Barr tatsächlich den Justizapparat zum Instrument in Trumps Komplott machen? Schon seinerzeit gab es allerdings Anzeichen, dass es ihm eher darum gehen könnte, den Präsidenten zu beschwichtigen. Schließlich war es Barr, der vor der Wahl klargestellt hatte, dass die Strafverfolgungsbehörden sich nicht von Trumps Wahlkampfteam einspannen ließen. Sehr zum Ärger des Präsidenten hatte er mitgeteilt, der von ihm eingesetzte Bundesanwalt John Durham werde seine Ergebnisse zur Untersuchung der Ursprünge der Russland-Affäre nicht mehr vor der Wahl präsentieren. Trump freilich verlangte, dass Joe Biden angeklagt werde.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalnyj wird am Montag aus einer Polizeistation nahe Moskau gebracht.

          Enthüllung über Putin : Nawalnyjs nächster Paukenschlag

          Kaum hat der Kreml Alexej Nawalnyj nach dessen Rückkehr weggesperrt, kommt von den Mitstreitern des Oppositionspolitikers eine neue Korruptionsenthüllung. Erstmals geht es um Präsident Wladimir Putin persönlich.
          „Make America great again“ war in erster Linie eine Kampfansage an andere Nationen.

          Amerikanische Außenpolitik : Trumps Vakuum

          Der 45. Präsident hinterlässt in den Vereinigten Staaten einen Trümmerhaufen. Die Weltpolitik war widerstandsfähiger.
          Susanne Eisenmann mit Friedrich Merz im September in Murrhardt

          Südwest-CDU : Die Merz-Fans müssen sich mit Laschet arrangieren

          Die CDU in Baden-Württemberg wollte Friedrich Merz als Parteichef. Es wurde Armin Laschet. Für die Spitzenkandidatin im Südwesten, Susanne Eisenmann, ist das Ergebnis die zweite Niederlage binnen weniger Tage.