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Attentat auf Militärstützpunkt : War es ein Terrorakt?

  • -Aktualisiert am

Soldaten überführen am Sonntag den Sarg mit einem der Opfer des Attentats von Pensacola Bild: EPA

Die Ermittler in Florida können noch nicht sagen, ob der Attentäter von Pensacola allein handelte oder Mittäter hatte. Weil es sich um einen saudischen Soldaten handelte, diskutieren aber auch die Republikaner über die Beziehungen des Präsidenten zum Königreich.

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          Der erste Notruf kam am Freitag um 6:51 Uhr am Morgen: Auf dem Stützpunkt der Navy in Pensacola in Florida hatte ein Attentäter auf Soldaten geschossen. Zwölf Minuten früher, um 6:39 Uhr Ortszeit, setzte ein Twitter-Account mit dem Namen @M7MD_SHAMRANI eine Botschaft des Hasses ab: Amerikaner seien zu verachten, weil sie unzählige Verbrechen gegen Muslime begangen hätten, hieß es da. Minuten später waren drei Soldaten zwischen 19 und 23 Jahren tot, acht Menschen wurden verletzt. Der Attentäter kam durch Kugeln von Navy-Sicherheitsleuten und Polizisten ums Leben.

          Ob der inzwischen gelöschte Twitter-Account etwas mit der Tat in Florida zu tun hatte, ist noch nicht geklärt. Laut dem FBI hieß der Angreifer Mohammed al-Schamrani, war 21 Jahre alt und Zweiter Leutnant der saudischen Luftwaffe. Seit 2017 machte er bei der Navy eine Pilotenausbildung. An dem internationalen Programm nehmen Soldaten befreundeter Armeen, darunter auch der Bundeswehr, teil.

          Als Ausländer durfte al-Schamrani keine Dienstwaffe tragen. Waffen von außerhalb dürfen auch amerikanische Soldaten nicht mit auf die Militärbasis bringen. Die Tatwaffe, eine Neun-Millimeter-Glock 45, kaufte sich der Attentäter auf legalem Wege, sagte die für die Ermittlungen zuständige FBI-Beamtin Rachel Rojas gegenüber Reportern. Presseberichten zufolge erwarb al-Schamrani dazu eine Jagdlizenz – so können sich auch Menschen mit zeitlich befristeten Nicht-Einwanderungsvisa Waffen besorgen.

          Das FBI erklärte inzwischen auch, dass es einen möglichen terroristischen Hintergrund untersuche. Zunächst ging die Bundespolizei aber davon aus, dass der Täter allein handelte. Hinweise auf seine ideologische Radikalisierung drangen am Wochenende nach und nach an die Öffentlichkeit. So soll al-Schamrani laut Informanten der „New York Times“ am Abend vor der Tat mehreren Bekannten in seiner Wohnung Videos von Hinrichtungen gezeigt haben. Auf dem zwischenzeitlich gelöschten Twitter-Account soll er die Vereinigten Staaten kritisiert und Usama bin Ladin zitiert haben. Bin Ladin hatte den Amerikanern im Januar 2010 gedroht: „Die Vereinigten Amerika werden von Sicherheit nicht träumen können, bevor wir diese nicht in Palästina verwirklichen und leben können.“

          Mohammed al-Schamrani, hier auf einem Foto, das das FBI veröffentlicht hat
          Mohammed al-Schamrani, hier auf einem Foto, das das FBI veröffentlicht hat : Bild: Reuters

          Auf dem Twitter-Account hieß es, Amerika werde nicht sicher sein, bis die amerikanischen Truppen aus „unseren Ländern“ abzögen. Die Vereinigten Staaten seien „als Ganzes zu einer Nation des Bösen“ geworden, sei dort außerdem zu lesen gewesen. Das waren 2010 auch die Worte des ein Jahr später von den Amerikanern getöteten Al-Qaida-Propagandisten Anwar al Awlaki. Die Recherche-Gruppe SITE, die Terrorgruppen beobachtet, hatte die Tweets ausgewertet. FBI-Ermittlerin Rojas bestätigte die Meldungen zu dem Account aber zunächst nicht. Inzwischen haben die Behörden damit begonnen, al-Schamranis Computer und Mobiltelefon auszuwerten.

          Die Einzeltäter-These geriet in Zweifel, weil drei saudische Soldaten, die ebenfalls an dem internationalen Trainingsprogramm teilnahmen, vor dem Schulungsgebäude filmten und fotografierten, in dem al-Schamrani die drei Soldaten erschoss. Ein Mann soll das Attentat laut Verteidigungsminister Mark Esper gefilmt haben. Diese Soldaten sollen die Navy-Basis nicht verlassen und werden zur Zeit vom FBI befragt. Man müsse nun herausfinden, ob sie mit den Videoaufnahmen begannen, bevor al-Schamrani schoss, oder ob sie damit spontan auf seine Attacke reagierten, so Esper am Sonntag bei Fox News.

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