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Assange zu Wikileaks-Kritik : „Die Angriffe machen uns nur härter“

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Seit vier Jahren sitzt Wikileaks-Gründer in der ecuadorianischen Botschaft in London fest Bild: AFP

Wikileaks ist willfähriger Helfer Russlands bei dem Versuch, die Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen - sagen amerikanischen Demokraten. Assange spricht von einer Desinformationskampagne mächtiger Gegner.

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          Der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, Julian Assange, hat Kritik der amerikanischen Demokraten und anderer an der Veröffentlichungspraxis seiner Organisation zurückgewiesen. „Wir werden nicht damit anfangen, unsere Veröffentlichungen einer Selbstzensur zu unterwerfen, nur weil in den USA Wahlen bevorstehen“, sagte Assange dem „Spiegel“.

          Wikileaks hatte im amerikanischen Vorwahlkampf Tausende E-Mails der amerikanischen Demokraten ins Netz gestellt. Parteimitarbeiter warfen der Enthüllungsplattform daraufhin vor, sie habe sich vor den Karren russischer Geheimdiensthacker spannen lassen und damit dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump geholfen. Amerikanische Internetfirmen hatten unabhängig voneinander starke Indizien darauf gefunden, dass Hackerangriffe in den Vereinigten Staaten von Russland aus geführt werden. Wikileaks, äußerten amerikanische Wissenschaftler und demokratische Politiker, hänge entweder damit zusammen oder lasse sich zumindest von russischen Quellen dazu instrumentalisieren, den Ausgang der amerikanischen Wahl zu beeinflussen.

          Assange sagte, diese und andere Kritik sei Teil einer „Desinformationskampagne“ mächtiger Gegner: Die Kriterien für die Veröffentlichungen seien aber öffentlich und unverändert: „Wenn eine Quelle uns Material überlässt, das von politischer, diplomatischer, historischer oder ethischer Bedeutung ist und das noch nicht veröffentlicht wurde, dann machen wir es publik.“ Wikileaks werde aber weiterhin keine Quellen nennen und kenne sie meist auch nicht.

          Zum bevorstehenden zehnten Jahrestag der Gründung von Wikileaks am 4. Oktober 2006 zog Assange eine positive Bilanz. Seine Plattform könne weiterhin gut arbeiten, obwohl er seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitze: „Die Angriffe machen uns nur härter“, sagt Assange: „Wir glauben an das, was wir tun. Wenn wir unter Druck gesetzt werden, wehren wir uns.“

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