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Weiners Sexting-Affäre : Welche Gefahr droht Clintons Wahlkampf?

  • Aktualisiert am

Huma Abedin und Hillary Clinton haben einiges gemeinsam. Bild: AP

Der Ehemann der engsten Vertrauten von Hillary Clinton hat schlüpfrige Bilder an fremde Frauen verschickt. Die beiden lassen sich scheiden. Die Affäre könnte auch der demokratischen Präsidentschaftskandidatin schaden.

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          Anthony Weiner hat es wieder getan. Er hat schlüpfrige Bilder an eine fremde Frau geschickt, Sexting nennt man das. Auf einem der Bilder soll der kleine Sohn des 51 Jahre alten ehemaligen Politikers der Demokraten zu sehen sein. Wieso das für die amerikanischen Wahlen eine Rolle spielt?

          Weiner hatte einmal beste Aussichten, New Yorker Bürgermeister zu werden und galt als großes politisches Talent. Dann verschickte er Penisbilder an junge Frauen und musste die Kandidatur zurückziehen. Inzwischen sind einige Jahre vergangen, der Skandal fast vergessen.

          Seine Frau Huma Abedin ist die engste Vertraute von Hillary Clinton, der Präsidentschaftskandidatin der Demokraten. Auch wenn Abedin nach den jüngsten Entgleisungen ihres Ehemanns gleich die Trennung und geplante Scheidung bekannt gegeben hat, könnte der Sexting-Skandal Auswirkungen auf Clintons Wahlkampf haben.

          Anthony Weiner mit seiner Frau Huma Abedin.
          Anthony Weiner mit seiner Frau Huma Abedin. : Bild: dpa

          Ein erstes Anzeichen war die Äußerung von Donald Trump. Clintons republikanischer Konkurrent  ließ es sich nicht nehmen, Weiners neuen Sexting-Skandal zu kommentieren und gratulierte zur Trennung: „Ihr wird es ohne ihn sehr viel besser gehen“. Wohl wissend, welche Brisanz die Affäre haben könnte, sagte er weiter:  „Ich sorge mich nur um das Land, in dem Hillary Clinton sorglos und grob fahrlässig zugelassen hat, dass Weiner so nah an hochsensible Informationen gekommen ist. Wer weiß, was er weiß und wem er davon erzählt hat? Es ist möglich, dass unser Land und seine Sicherheit dadurch gefährdet wurden.“

          Nicht nur Trump nutzt das Fehlverhalten des Ehemannes von Huma Abedin. Auch der konservative amerikanische Entertainer Rush Limbaugh nutzt den Skandal, um Persönliches mit Politischem gleichzusetzen: „Wahrscheinlich wird sie Hillarys Stabschefin. Stabschefin ihres Mannes war sie nicht.“

          Weiner als Sicherheitsleck?

          Die Affäre bietet auch Stoff für Trump und seine Wahlkampberater, um Verbindungen zu einem zurückliegenden Skandal von Clintons Wahlkampf herzustellen. Die E-mail-Leaks, die Abedins koordinative Tätigkeit als Mittlerin zwischen Clinton und großzügigen Spendern der Clinton Foundation offenlegten, liegen erst wenige Wochen zurück. Hillary Clinton wurde deshalb heftig kritisiert. Trumps Mutmaßungen mögen weit hergeholt sein, er könnte aber auf einen für Clinton gefährlichen Punkt hinweisen: Weiner, so die Mutmaßungen, könnte das Sicherheitsleck gewesen sein.

          Abedin ist nicht nur zur engsten Vertrauten der ehemaligen First Lady avanciert, die beiden hatten sich bereits 1996 während Abedins Praktikums im Weißen Haus kennengelernt. Es war dasselbe Jahr, in dem Monica Lewinsky dort arbeitete. Ihre Affäre mit Bill Clinton wurde 1998 publik. Hillary Clinton entschied sich damals, bei ihrem Mann zu bleiben, was eine heftige Debatte auslöste. Nicht jeder konnte verstehen, dass sie sich nicht trennte.

          „Anthony Weiners außereheliches Verhalten könnte die Wähler an Clintons eigene Eheprobleme, inklusive der Affäre mit Monica Lewinsky erinnern“, schreibt etwa die New York Times. Die Entscheidung von Huma Abedin, ihren Mann zu verlassen, könnte die alten Debatten zum Leben erwecken.

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