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Wahlkampf in Amerika : Mein Latino, dein Latino

  • -Aktualisiert am

Besucherinnen bei der Kampagnenveranstaltung Donald Trumps Mitte September in Phoenix. Bild: Reuters

Amerikas Demokraten haben im Wahlkampf Arizona, einst eine republikanische Bastion, im Visier. Der demographische Wandel ist auf ihrer Seite. Doch Donald Trump hält dagegen.

          8 Min.

          In einem kleinen Einkaufszentrum im Süden von Phoenix, gleich neben einem asiatischen Schnellrestaurant, arbeitet eine Handvoll Leute in frisch ausgestatteten Büroräumen. Sie packen Kisten aus, stapeln Schilder, sortieren Broschüren und machen Telefonanrufe. Auf großen Plakaten prangt ihr Motto: „Faith, Family, Freedom“ – Glaube, Familie, Freiheit. Die Büroräume sind das neue Community Center der „Latinos for Trump“. Jede Minderheit hat im amerikanischen Wahlkampf ihr eigenes Unterstützerkomitee – bei den Republikanern genau wie bei den Demokraten. Manche dienen eher als Feigenblatt. So bringen etwa die „African Americans for Trump“ nicht allzu viel politisches Gewicht auf die Waage. Mit den Latinos verhält es sich jedoch ein wenig anders.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Ein kleines Schild steckt im Vorgarten des Büros: „Tatiana Peña for Arizona House“. Peña hat eine aufregende Woche hinter sich: Donald Trump war in der Stadt. Unweit des Einkaufszentrums warb er auf einer kleinen Kundgebung um die Stimmen der Latinos. „We love you“, schallte es aus dem Publikum. „I love you, too“ erwiderte der Präsident. Zwei Tage nach ihm kam Tochter Ivanka nach Phoenix. Sie schaute auch in dem kleinen Community Center vorbei und machte ein paar Wähleranrufe. Peña war bei beiden Auftritten dabei und glüht noch ein wenig: „Wir machen echten Wahlkampf – trotz Covid.“ Die Demokraten hingegen schliefen, sagt sie. Hier im Süden der Hauptstadt Arizonas wüssten sie ohnehin gar nicht, wie man eine Kampagne mache, so sicher seien ihnen die Stimmen der Latinos in der Vergangenheit gewesen.

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