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Überraschende Reaktion : Amerika und Südkorea verzichten auf Militärmanöver

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Keine weiteren Drohgebärden: Drei amerikanische Flugzeugträger bei einer gemeinsamen Übung mit der südkoreanischen Marine im November 2017 Bild: dpa

Kein Kriegsgeheul, keine Schmähungen. Donald Trump heißt die Wiederannäherung zwischen Seoul und Pjöngjang gut und stimmt einer Geste der Entspannung zu.

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          Amerikas Präsident Donald Trump hat sich positiv zu möglichen Gesprächen zwischen Nord- und Südkorea geäußert. Verhandlungen seien eine gute Sache, erklärte Trump am Donnerstag über den Kurznachrichtendienst Twitter. Zugleich nahm er für sich in Anspruch, an einem Zusammenkommen eines Austauschs mitgewirkt zu haben. „Glaubt irgendjemand wirklich, dass Gespräche und Dialog zwischen Nord- und Südkorea jetzt vorankommen würden, wenn ich nicht klar, stark und bereit dazu wäre, unsere ganze Kraft gegen den Norden einzusetzen“, schrieb er.

          Das Präsidialamt in Seoul teilte darüber hinaus mit, dass die Vereinigten Staaten und Südkorea während der Olympischen Winterspiele im südkoreanischen Pyeongchang im kommenden Monat keine gemeinsamen Militärmanöver abhalten. Darauf hätten sich Trump und Südkoreas Präsident Moon Jae-in in einem Telefonat am Donnerstag geeinigt.

          In seiner Neujahrsansprache hatte Nordkoreas Staatschef Kim Jong-un erklärt, er sei offen für einen Dialog mit der Regierung in Seoul und erwäge, eine Delegation zu den Olympischen Winterspielen im südkoreanischen Pyeongchang im Februar zu schicken. Auch Südkorea unterbreitete daraufhin ein Gesprächsangebot. Nach fast zweijähriger Unterbrechung wurde zudem am Mittwoch ein Kommunikationskanal zwischen beiden Staaten wieder eröffnet.

          Das amerikanische Präsidialamt verteidigte die jüngsten Äußerungen Trumps zum Atomwaffenpotenzial der Vereinigten Staaten. Trump sei kein Präsident, der den Kopf einziehe oder schwach sei, sagte seine Sprecherin Sarah Sanders. Der Republikaner stehe dazu, die amerikanische Bevölkerung zu beschützen. Die Amerikaner müssten sich indes Sorgen um die geistige Gesundheit des nordkoreanischen Machthabers machen. Dieser habe wiederholt Drohungen ausgestoßen und immer wieder Raketen abgefeuert.

          Kim hatte den Vereinigten Staaten n seiner Neujahrsansprache abermals mit Nordkoreas Atomwaffen gedroht und als Zeichen der Einsatzbereitschaft erklärt, auf seinem Schreibtisch stehe immer ein Atomknopf. Trump hatte daraufhin über Twitter mitgeteilt, auch er habe einen Atomwaffenknopf. Aber sein Knopf sei deutlich größer und mächtiger als der von Nordkoreas Machthaber und er funktioniere. Trumps Tweet löste massive Kritik in den Vereinigten Staaten aus, vor allem von den oppositionellen Demokraten, die Trump eine unnötige Verschärfung des Nordkorea-Konflikts vorwarfen.

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