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Von Syrien in den Libanon : Hizbullah bringt Raketen in Sicherheit

  • Aktualisiert am

Außenminister unter sich: John Kerry (Vereinigte Staaten) mit Avigdor Lieberman (Israel) Bild: AFP

Zerlegt in Einzelteile schafft die Hizbullah laut Medienberichten ihre Raketen über die Grenze in den Libanon, um sie vor israelischem Zugriff in den Wirren des syrischen Bürgerkriegs zu schützen. Amerikas Außenminister Kerry vermittelt wieder in Nahost.

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          Die schiitische Miliz Hizbullah bringt ihre Raketen von Syrien in den Libanon, um sie vor der Zerstörung durch Israel in Sicherheit zu bringen. Das berichtet die „New York Times“ und beruft sich dabei auf den israelischen Militäranalysten Ronen Bergman.

          Unter den Waffen sollen Raketen vom Typ „Scut D“ sein, die bis weit hinein nach Israel fliegen könnten. Zudem handele es sich um Raketen „Scut C“ sowie vom Typ „Fateh“. Sie würden zerlegt und in Einzelteilen über die Grenze geschafft, weil die Hizbullah sie in Syrien nicht mehr in Sicherheit wähne. Dort tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg zwischen der Regierung von Präsident Assad und verschiedenen aufständischen Gruppierungen. Israel führte während des Bürgerkriegs schon mehrfach Angriffe in Syrien aus, um die Waffendepots der Hizbullah zu treffen.

          Israel testet amerikanisches Abfangsystem

          Zuvor hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf ungenannte amerikanische Regierungsmitarbeiter über den Waffentransfer in den Libanon berichtet. Die lenkbaren Raketensysteme aus iranischer und syrischer Produktion stellten eine erhebliche Verbesserung gegenüber „dummen“ Raketen dar, die die Hizbullah bereits in großer Menge angehäuft hat. Damit verschärfe sich die Bedrohung für Israel. Die Entwicklung zeige, wie sowohl die Hizbullah als auch Israel den Bürgerkrieg in Syrien nutzten, um ihre strategische Situation zu verbessern.

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          Unterdessen hat Israel am Freitag offiziell ein von den Vereinigten Staaten unterstütztes Abwehrsystem gegen Langstreckenraketen getestet. Die Übung über dem Mittelmeer sei erfolgreich verlaufen, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministerium am Freitag. Es sei der zweite Test des Schutzschirms „Arrow III“ gewesen, bei dem sogenannte Kamikaze-Satelliten Raketen außerhalb der Erdatmosphäre orten und zerstören sollten. Bei der Übung am Freitag sei aber keine Abfang-Situation nachgestellt worden, es habe sich um einen reinen Testflug gehandelt.

          Kerry wieder im Nahen Osten

          Das Abwehrsystem wird vom amerikanischen Rüstungskonzern Boeing entwickelt. Es soll im nächsten Jahr einsatzbereit sein und das Abfangsystem „Iron Dome“ gegen Kurzstreckenraketen ergänzen.
          Der Test des Systems fällt zeitlich zusammen mit einem Besuch des amerikanischen Außenministers John Kerry, der am Donnerstag mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu über den Konflikt mit den Palästinensern beraten hatte. Israelis und Palästinenser werfen einander vor, die Gespräche über ein Ende des jahrzehntelangen Konflikts boykottieren zu wollen.

          Die Friedensgespräche waren im Juli nach einer Pause von drei Jahren wieder aufgenommen worden. Maßgeblich ging das auf das Engagement Kerrys zurück, der sich bereits zum zehnten Mal in der Region aufhält. Er soll in Kürze auch mit Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas zusammenkommen. Washington hofft, dass ein Friedensabkommen bis spätestens April steht.

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