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Türken in Deutschland : Staatsbürgerliches Doppelleben

„Einige türkischstämmige Deutsche wissen überhaupt nicht, dass sie wieder türkische Staatsbürger und damit Doppelstaatler sind. Man hat sie zurück in die türkische Staatsbürgerschaft genommen, ohne sie zu fragen.“, so Anwalt Christian Rumpf Bild: dpa

Viele Deutsche mit türkischen Wurzeln besitzen auch die Staatsangehörigkeit der Türkei – manche sogar ohne ihr Wissen.

          Mit deutsch-türkischen Rechtsfällen kennt Christian Rumpf sich aus. Die Kanzlei des in Stuttgart niedergelassenen Anwalts befasst sich vor allem mit grenzüberschreitenden Fällen zwischen Deutschland und der Türkei. Deshalb ist für ihn auch die in unregelmäßigen Abständen aufflackernde Debatte über Sinn und Unsinn doppelter Staatsbürgerschaften nichts Neues. Genaue Zahlen dazu liegen allerdings auch Rumpf nicht vor. „Natürlich kann man feststellen, wie viele Türkischstämmige die deutsche Staatsangehörigkeit nachträglich erworben haben, doch zu der Frage, inwieweit diese Personen auch (oder wieder) die türkische Staatsangehörigkeit besitzen, dürfte es kaum belastbare Daten geben.“ Ihm seien jedenfalls keine türkischen Angaben dazu bekannt, sagt Rumpf, da weder das türkische Statistikamt noch das Innenministerium in Ankara Daten dazu veröffentlichten.

          Michael Martens

          Korrespondent für südosteuropäische Länder mit Sitz in Wien.

          Bei deutsch-türkischen Doppelstaatsbügern unterscheidet er zwischen zwei Gruppen. Eine bestehe aus denjenigen, die ihre türkische Staatsbürgerschaft aufgaben, um die deutsche zu erlangen, sich danach aber bei der ersten Gelegenheit ihre vormalige zurückholten: „Nachdem es in Deutschland Voraussetzung für die Aufnahme in die deutsche Staatsbürgerschaft geworden war, die alte Staatsangehörigkeit aufzugeben, haben viele türkischstämmige Deutsche nach der Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft den Antrag gestellt, auch wieder in die türkische aufgenommen zu werden. Das geschah in der Erwartung, dass es nicht weiter bemerkt werde.“ Doch wer so handele, laufe Gefahr, die deutsche Staatsangehörigkeit wieder zu verlieren, so der Anwalt.

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          Die AKP klagt über Benachteiligung im Wahlkampf

          Die AKP klagt über Benachteiligung im Wahlkampf Die türkische Regierungspartei AKP hält sich bislang an das Verbot, in Deutschland Wahlkampfveranstaltungen durchzuführen. Indem das Verbot nur für die AKP gelte, mische sich die Bundesregierung aber in den türkischen Wahlkampf ein, sagte dieser Zeitung der AKP-Abgeordnete Mustafa Yeneroglu, der in der Partei für die Wahlvorbereitungen in den 60 Staaten zuständig ist, in denen türkische Bürger in Konsulaten ihre Stimme abgeben können. Yeneroglu wirft der Bundesregierung vor, selbst gegen dieses Verbot zu verstoßen. Denn die türkische Oppositionspartei CHP organisiere in Deutschland gemeinsam mit der SPD Wahlauftritte, und die HDP halte auf der Grundlage der deutschen PKK-Strukturen ebenfalls Veranstaltungen ab. Derzeit hielten sich mehr als sechs HDP-Abgeordnete für den Wahlkampf in Deutschland auf, so Yeneroglu. Demnach gelte das Wahlkampfverbot nur für die AKP. Die Partei weise die Bundesregierung seit zwei Wochen auf diese Ungleichbehandlung hin, jedoch ohne Folgen. Sie werde den türkischen Wählern in Deutschland mitteilen, dass sich die Bundesregierung nicht unparteiisch verhalte. Die AKP hatte zunächst grundsätzlich entschieden, wegen des Wahlkampfverbots vor der Präsidenten- und der Parlamentswahl am 24. Juni keine Wahlkampfveranstaltungen in Deutschland, Österreich, den Niederlanden und anderen Ländern in Europa durchzuführen, um bilaterale Störungen zu vermeiden. Denn in den vergangenen Monaten sei es gelungen, die atmosphärischen Störungen in den bilateralen Beziehungen zu beseitigen, selbst wenn sich in der Sache, etwa an der Nichtberücksichtigung türkischer Sicherheitsinteressen durch Deutschland, nicht viel verändert habe. Die Wahlkampfauftritte von Politikern aus Ländern, die nicht zur Europäischen Union gehören, werden in einer Rundnote des Auswärtigen Amtes vom 30. Juni 2017 an alle in Deutschland akkreditierten Botschaften geregelt. Dort heißt es, dass Auftritte ausländischer Amtsträger bei Veranstaltungen in Deutschland, die sich an Wahlberechtigte des auswärtigen Staates richten, der Genehmigung der Bundesregierung bedürfen. Der türkische Präsident und die Minister der AKP-Regierung sind Amtsträger. Nicht eindeutig ist jedoch, ob dieser Sachverhalt auch für Kandidaten von Oppositionsparteien gilt. Die Rundnote legt fest, dass eine solche Genehmigung mindestens zehn Tage vor der Veranstaltung beim Auswärtigen Amt zu beantragen ist und dass ihre Erteilung „im Licht der außenpolitischen Beziehungen“ erfolgt. Die Auftritte müssen sich im Rahmen der Prinzipien des Grundgesetzes und der deutschen Rechtsordnung, insbesondere des Versammlungsrechts, halten. Sie dürfen die öffentliche Sicherheit und Ordnung nicht gefährden. Die Genehmigung werde grundsätzlich nicht erteilt, wenn der Auftritt in einem Zeitraum von weniger als drei Monaten vor dem Termin von Wahlen oder Abstimmungen liegt. Die Regelung gilt nicht für Mitgliedstaaten der EU. (Her.)