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Vertriebenenausstellung : Glocke der „Gustloff“ wieder in Polen

  • Aktualisiert am

Schiffsglocke der „Wilhelm Gustloff” Bild: Polskie Ratownictwo Okretowe, Gdynia

Nun ist sie wieder Polen. Wie kein anderes Exponat stand die Schiffsglocke der 1945 gesunkenen „Wilhelm Gustloff“ für den deutsch-polnischen Streit über die Berliner Vertriebenenausstellung. Die Ausstellung wurde indes gut besucht.

          Die polnische Küstenwache hat die Schiffsglocke des 1945 gesunkenen Flüchtlingsschiffs „Wilhelm Gustloff“ zurückerhalten. Zwei Wochen vor deren Ende kehrte das markanteste Objekt der Ausstellung „Erzwungene Wege“ somit vorzeitig nach Polen zurück.

          Die „Wilhelm Gustloff“ war im Januar 1945 mit mehr als 10.000 Menschen an Bord von Gdingen ausgelaufen. Kurz danach wurde sie von den Torpedos eines sowjetischen U-Boots getroffen und sank. Mehr als 9000 Menschen ertranken. Die polnische Küstenwache hatte bereits kurz nach Eröffnung der Berliner Ausstellung über Vertreibungen im Europa des 20. Jahrhunderts diese Forderung gestellt - ebenso wie drei andere polnische Leihgeber. Die Stiftungsvorsitzende des „Zentrums gegen Vertreibungen“, Erika Steinbach, hatte Mitte August aber auf der Einhaltung von Leihverträgen bestanden.

          Mehr als fünfzigtausend Besucher

          Die vorzeitige Rückgabe der „Gustloff“-Schiffsglocke und drei weiterer Objekte aus der Ausstellung sei „mit Rücksicht auf Einzelpersonen“ erfolgt, die in Polen unter erheblichem politischem Druck gestanden hätten. Frau Steinbach bezeichnete die Ausstellung eine Woche vor ihrem Ende als großen und unerwarteten Erfolg. Mehr als fünfzigtausend Besucher seien bisher in das Berliner Kronprinzenpalais gekommen. Sie habe sich gefreut, so Frau Steinbach, daß viele Polen, auch junge Polen die Ausstellung gesehen hätten. Unter den Besuchern seien zudem etwa 120 Schulklassen gewesen. Ein Teil der Ausstellung soll nun zur Wanderausstellung umgebaut werden und vom nächsten Jahr an wechselnden Orten gezeigt werden.

          Steinbach ist zufrieden: 120 Schulklassen haben die Ausstellung besucht

          Frau Steinbach, die auch Präsidentin des Bundes der Vertriebenen ist, zeigte sich zuversichtlich, daß die Bundesregierung alsbald Ort und Konzeption eines „sichtbaren Zeichens“ zur Erinnerung und Dokumentation der Vertreibungen Millionen Deutscher aus ihren früheren Siedlungsgebieten im Osten sowie zu anderen Vertreibungen vorlegen werde.

          Die Stiftungsvorsitzende selbst, die in der Vergangenheit zweimal Standorte für das „Zentrum gegen Vertreibungen“ gefunden hatte, dann aber wieder verwerfen mußte, wird keine neuen Vorschläge unterbreiten. Die Auswahl des Ortes und die Finanzierung des Projekts seien nunmehr Sache des Bundes. Frau Steinbach sagte, daß sie auch den Ort der gegenwärtigen Ausstellung, das Kronprinzenpalais an der Straße Unter den Linden, für geeignet hielte.

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