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Verschärfung des Kirchenrechts : Der innerste Kreis

Vertrat schon als Kardinal Ratzinger eine strikte Linie gegen Missbrauch: Papst Benedikt XVI Bild: dpa

Mit der Neufassung und Verschärfung des Kirchenrechts gegen den sexuellen Missbrauch durch Geistliche schließt sich ein Kreis. Doch noch bleiben Fragen offen, etwa nach den strukturellen und habituellen Ursachen sowie der moralischen Lethargie im Vatikan.

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          Mit den Ergänzungen und Präzisierungen der kirchenrechtlichen Verfahrensvorschriften für den Umgang mit Klerikern, die sich an Minderjährigen und Schutzbefohlenen vergangen haben, hat sich ein Kreis geschlossen.

          Er umschließt einen Zeitraum von zehn Jahren und trägt die Handschrift Papst Benedikts XVI.: Die unnachsichtige Haltung gegenüber Klerikern, die sich an Minderjährigen vergehen, die Joseph Kardinal Ratzinger 2001 und 2003 als Präfekt der vatikanischen Kongregation für die Glaubenslehre gegen massive Widerstände in Teilen der Kurie durchsetzen konnte, ist jetzt vollumfänglich kirchliches Recht.

          Doch dieser Kreis ist nur einer von mehreren und von diesen nur der innerste. Er beschreibt gewissermaßen die ultima ratio, indem er Vergehen sanktioniert, die nie und nimmer mit dem Wort Kirche in Verbindung gebracht werden dürften. Um diesen Kreis herum ranken sich nach wie vor Fragen wie nach den strukturellen und habituellen Ursachen dessen, dass es des Eingreifens Ratzingers bedurfte, damit der moralischen Lethargie wenigstens im Vatikan ein Ende gesetzt wurde.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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