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Verletzter Höhlenforscher : Ein Mann soll nach oben

  • -Aktualisiert am

Helfer am Untersberg Bild: REUTERS

Die Vorbereitungen zur Rettung von Johann Westhauser sind abgeschlossen. Bis zu sechs Tage soll es aber noch dauern, bis der verunglückte Höhlenforscher wieder Tageslicht erblickt. Der Aufstieg ist kompliziert.

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          Die Rettung des verunglückten Höhlenforschers aus der Riesending-Höhle am Untersberg bei Berchtesgaden geht langsam voran. Schon am späten Mittwochnachmittag waren zwei Ärzte bei Johann Westhauser angekommen und hatten seine Transportfähigkeit festgestellt. Mit dem gefährlichen und mühsamen Weg aus der Höhle soll frühestens am Freitagabend begonnen werden. „Der Weg durch die Höhle muss noch entsprechend vorbereitet werden, damit die Rettung des Verunglückten auf der Trage auch sicher möglich ist“, sagte eine Sprecherin der Bergwacht Bayern. Auch am Freitag bereitete man die Route aus der Höhle mit Seilen und Stahlstiften weiter für die Rettung vor.

          Die Witterung verhinderte am Donnerstag und am Freitag zeitweilig, dass Hubschrauber mit weiterem Material auf dem von der Forstverwaltung gerodeten Landeplatz in der Nähe des Eingangs zur Riesending-Höhle landen konnten. Jedoch werde jedes Wetterfenster für Transportflüge genutzt, hieß es bei der Bergwacht Bayern. Besonders Seile werden in der Höhle benötigt. Die Fixseile, die seit Montag zur Sicherung der Retter und für den Weg des Verunglückten angebracht wurden, verschleißen wegen des starken Gebrauchs durch die zahlreichen Rettungskräfte und müssen deshalb ausgetauscht werden. Um die Kommunikation weiter zu verbessern, wurde damit begonnen, eine Drahtverbindung bis zum Verletzten aufzubauen. Das soll parallel zu den Textnachrichten eine Sprechverbindung ermöglichen.

          Nur wenige fähige Höhlengeher

          Kenner schätzen, dass es in Deutschland nur zehn bis 20 Höhlengeher gibt, die in diese Tiefe vordringen können und damit auch zu einem Rettungseinsatz in der 1148 Meter tiefen Riesending-Höhle in der Lage sind. Deshalb ist in diesem Fall die internationale Zusammenarbeit der Höhlenretter besonders wichtig. Am Freitag waren mehr als 30 Rettungskräfte und zwei Ärzte in der Höhle im Einsatz. Sie kommen aus Österreich, Italien und der Schweiz. Weitere 15 Höhlenretter aus Italien, die am Freitag am Untersberg eintrafen, sollen die Retter in der Höhe ablösen. Zudem halten sich Höhlenretter in der Schweiz bereit. Ein Höhlenrettungsarzt aus München fuhr am Freitag ein, um einen Arzt in der Höhle abzulösen.

          Seit Sonntagmorgen liegt Johann Westhauser verletzt in Deutschlands tiefster und längster Höhle. In etwa 1000 Meter Tiefe war er von einem Stein am Kopf getroffen worden. Trotz des Helms erlitt er ein Schädel-Hirn-Trauma. Der 52 Jahre alte Mann war mit zwei Höhlenforschern eingefahren, um die Höhle weiter kartographisch zu erfassen. Am Untersberg untersuchen die Höhlenforscher vor allem die unterirdischen Abflüsse des Wassers. Das ist deshalb interessant, weil das Massiv Trinkwassereinzugsgebiet des Gebiets um Salzburg ist.

          Der Gesundheitszustand Westhausers war am Freitag weiter stabil. Dass er noch in der Höhle operiert werden muss, galt als unwahrscheinlich. Für den Fall, dass die Schädeldecke wegen einer Schwellung geöffnet werden muss, stehen am Höhleneingang die nötigen Instrumente bereit. Der Rettungsplan sieht vor, dass der Verletzte in Etappen nach oben gebracht wird. Die Einsatzleitung der Bergwacht Bayern rechnete am Freitag damit, dass dies bis zu sechs Tagen dauern kann. Westhauser wird einige Abschnitte des Weges aus eigener Kraft zurücklegen, die Trage also verlassen müssen.

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