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Verhaftungswelle : Deutsche in der Türkei festgenommen

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Der in den Vereinigten Staaten lebende Fethullah Gülen soll hinter dem Putschversuch in der Türkei stecken. Bild: dpa

Bei der Verhaftungswelle der türkischen Regierung gegen mutmaßliche Anhänger der Gülen-Bewegung ist eine deutsche Staatsbürgerin festgenommen worden. Dem Auswärtigen Amt ist es bisher nicht gelungen, mit ihr Kontakt aufzunehmen.

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          Nach dem Putschversuch des Militärs in der Türkei hat Präsident Erdogan mehrere tausend Personen verhaften lassen, die im Verdacht stehen, Anhänger des in Exil lebenden Predigers Fethullah Gülen zu sein. Wie nun mehrere deutsche Medien berichten wurde nun auch eine deutsche Staatsbürgerin verhaftet – ihr wird vorgeworfen Mitglied der Gülen-Bewegung zu sein. Der Fall sei dem Auswärtigen Amt bekannt, sagte ein Sprecher am Freitag auf Anfrage in Berlin.

          Bei der festgenommen Deutschen sollen mehrere Bücher Gülens gefunden worden sein. Angeblich würde das Auswärtige Amt schon seit Tagen versuchen, mit der Deutschen in Kontakt aufzunehmen, konnte aber bisher nur mit den zuständigen Behörden in Ankara und Angehörigen der Verhafteten in Verbindung treten. Die Frau ist dem Bericht zufolge die erste deutsche Staatsbürgerin, die von der Verhaftungswelle betroffen ist.

          Um wem es sich bei der Deutschen handelt, ist bisher noch unklar. Auch ob sie dauerhaft in der Türkei lebt und ob die deutsche Staatsbürgerschaft ihre einzige Staatsangehörigkeit ist. Nach der Verhaftung haben die türkischen Behörden wohl die deutsche Botschaft kontaktiert. Wie es nun mit der Verhafteten weitergehen soll, ist aber noch nicht bekannt. Von den Verhaftungen waren bislang vor allem Staatsbedienstete betroffen.

          Nach Regierungsangaben wurden seit dem Putschversuch zudem fast 59.000 von ihnen suspendiert. Insgesamt wurden etwa 26.000 Menschen festgenommen, gegen 13.000 Verdächtige erging Haftbefehl. Die Reisepässe von fast 75.000 Personen wurden für ungültig erklärt, um die Flucht ins Ausland zu verhindern.

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