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Vergeltung für tote Teenager : „Zeit für Taten, nicht für Worte“

Die getöteten jungen Israelis auf einem Handout der Armee Bild: REUTERS

Nach dem Fund der drei getöteten Studenten sind die Trauer und die Wut in Israel groß. Die Regierung will gleich nach der Beerdigung entscheiden, wie sie auf die mutmaßliche Hamas-Tat reagiert.

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          Die ersten Reaktionen auf den Tod der drei entführten israelischen Teenager ließen an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig. Die Mörder seien „Tiere in Menschengestalt“, sagte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der stellvertretende Verteidigungsminister Danny Danon kündigte an, dass Israel nicht ruhen werde, bevor die Hamas vollständig besiegt sei. Wirtschaftsminister Naftali Bennett sagte, nun sei „Zeit für Taten und nicht für Worte“. Doch die israelische Regierung hat noch nicht darüber entschieden, wie sie auf den Tod der drei Studenten reagiert. Ihre Leichen waren am Montagabend 18 Tage nach ihrer Entführung unter einem Steinhaufen in der Nähe von Hebron im Westjordanland gefunden worden.

          Hans-Christian Rößler

          Politischer Korrespondent für die Iberische Halbinsel und den Maghreb mit Sitz in Madrid.

          Eine erste Krisensitzung des Sicherheitskabinetts ging in der Nacht zum Dienstag ergebnislos zu Ende. Wenig später griff die israelische Luftwaffe in den frühen Morgenstunden mehr als dreißig Ziele im Gazastreifen an. Es war eine der massivsten Operationen seit der letzten großen Gaza-Offensive im November 2012. Die Bombardements bedeuteten jedoch nicht den Beginn eines neuen Waffengangs im Gazastreifen. Sie seien primär als Vergeltung für den Beschuss Israels am Montagmorgen zu verstehen, heißt es in Jerusalem.

          Aus Gaza waren 16 Raketen auf den Süden Israels abgefeuert worden. Die Raketenangriffe hatten seit dem Verschwinden der drei jungen Männer und der folgenden israelischen Suchaktion deutlich zugenommen. Führende Politiker wie Außenminister Avigdor Lieberman forderten, den Gazastreifen wieder zu besetzen, um endlich wieder für Ruhe zu sorgen.

          Mit der angespannten Lage in Gaza und der andauernden Suche nach den Mördern wird sich die israelische Regierung erst am Dienstagabend wieder befassen. Sie hatte schon zuvor die islamistische Hamas-Organisation für die Entführung verantwortlich gemacht: Die Islamisten müssten „dafür bezahlen“, drohte Ministerpräsident Netanjahu, ohne bisher weitere Einzelheiten zu nennen.

          Politiker und Militärs wollen erst die Beerdigung der drei Studenten im Alter zwischen 16 und 19 Jahren abwarten. Am Nachmittag werden sie in Modiin gemeinsam beigesetzt – Seite an Seite, so wie man sie am Montag im Westjordanland gefunden hatte.

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