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Vereinte Nationen : Annan drängt auf Abrüstung

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Annan: Abrüstung erfordert „das Mitmachen jedes Einzelnen” Bild: REUTERS

Zur Eröffnung der internationalen Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffensperrvertrags forderte UN-Generalsekretär Annan „die ehemaligen Rivalen des Kalten Krieges“ auf, ihre Kernwaffenarsenale deutlich zu reduzieren.

          Die Welt kann nach Überzeugung von UN-Generalsekretär Kofi Annan nur durch vollständige nukleare Abrüstung der Gefahr einer militärischen Atomkatastrophe entgehen.

          „Es gibt nur eine Garantie dafür, daß Kernwaffen nie zum Einsatz kommen, und das ist eine atomwaffenfreie Welt“, sagte Annan am Montag zur Eröffnung der internationalen Konferenz zur Überprüfung des 35 Jahre alten Atomwaffensperrvertrags.

          Reale Maßnahmen zur Kernwaffenvernichtung

          Auch Bundesaußenminister Joseph Fischer (Grüne) forderte bei dem Treffen von mehr als 180 Staaten in New York reale Maßnahmen zur Vernichtung von Kernwaffen. Das internationale Regime für die Nichtverbreitung von Atomwaffen müsse gestärkt werden, sagte Fischer. „Und das muß durch weitere Abrüstungsschritte der Atomwaffenbesitzer gewährleistet werden“, betonte er vor Journalisten.

          Fischer warnte zugleich Iran und Nordkorea davor, ihren Atomstreit mit der internationalen Gemeinschaft weiter anzuheizen. Sollte Iran tatsächlich seine Urananreicherung wieder aufnehmen, würde dies „zum Kollaps der Gespräche“ mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien führen, sagte er.

          Keine Alternative

          Der Minister forderte Nordkorea auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Zu den Sechs-Parteien-Gesprächen gebe es keine Alternative. „Es sollte alles unterbleiben, was die Eskalation auf der koreanischen Halbinsel verstärken kann.“

          Annan forderte, daß „die ehemaligen Rivalen des Kalten Krieges“ ihre Kernwaffenarsenale wenigstens soweit kürzen, daß es „künftig nur noch hunderte und nicht mehr tausende Sprengköpfe“ gibt. Das werde nur gelingen, wenn alle Seiten ein klares und verläßliches Bild von den Waffen des jeweils anderen haben.

          Sperrvertrag noch wirksam?

          Abrüstung erfordere ebenso wie die Nicht-Weiterverbreitung „das Mitmachen jedes Einzelnen“, wenn eine atomwaffenfreie Welt nicht nur ein Traum bleiben soll.
          Viele Staaten, die sich an der fast vierwöchigen Überprüfungskonferenz beteiligen, sehen nach Angaben von Diplomaten die Atomprogramme Irans und Nordkoreas als Beweise dafür, daß der Sperrvertrag heute nicht mehr vor der Verbreitung von Nuklearwaffen schützt.

          Vor der Konferenz hatten die Vereinigten Staaten gewarnt, daß Nordkorea schon für Juni einen unterirdischen Atomwaffentest planen könnte. Iran drohte mit einer möglichen Wiederaufnahme seiner Urananreicherung.

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