https://www.faz.net/-gpf-v9w6

Darfur-Resolution : UN-Sicherheitsrat beschließt Friedensmission

  • Aktualisiert am

Rund 2,5 Millionen Menschen wurden vertrieben, viele leben in Flüchtlingslagern Bild: AFP

Der UN-Sicherheitsrat hat nach langem Ringen einstimmig die Stationierung einer Friedenstruppe in der sudanesischen Provinz Darfur beschlossen. Mit 26.000 Polizisten und Soldaten wird es die weltweit größte UN-Mission.

          2 Min.

          Nach monatelangen zähen Verhandlungen hat der UN-Sicherheitsrat in New York in der Nacht zum Mittwoch einer 26.000 Mann starken Friedenstruppe für die sudanesische Krisenregion Darfur zugestimmt. Alle 15 Mitglieder des höchsten UN-Gremiums stimmten für eine entsprechende Resolution, die die Vereinigten Staaten, Frankreich und Großbritannien eingebracht hatten.

          Die sogenannte Hybridmission aus Soldaten und Polizisten, die von den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union (AU) gestellt werden, wird laut Resolution mit einem robusten Mandat ausgestattet. Sie darf damit notfalls auch Gewalt anwenden, um Anschläge zu verhindern und Zivilisten vor Übergriffen zu schützen. Die Vorarbeiten für die Stationierung sollen so schnell wie möglich, spätestens bis zum 31. Dezember abgeschlossen sein.

          „Ein kraftvolles Signal“

          Die Truppe soll die Lage in Darfur stabilisieren und die Versorgung der Vertriebenen in der Region gewährleisten. Die Kosten für die dann weltweit größte UN-Mission werden im ersten Jahr auf mehr als zwei Milliarden Dollar geschätzt. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bezeichnete den Beschluss als „historisch“; er sei „ein kraftvolles Signal für unsere Verpflichtung, dieses tragische Kapitel der sudanesischen Geschichte zu schließen“. Er rief die Mitgliedsstaaten auf, zügig „kompetente“ Truppen zur Verfügung zu stellen.

          Sudan hatte der Stationierung von UN-Soldaten erst nach monatelangem Zögern zugestimmt. Die bisher in Darfur stationierten etwa 7000 AU-Soldaten sind schlecht ausgerüstet und konnten die Fortsetzung der „ethnischen Säuberung“ und das Wiederaufflammen der Kämpfe zwischen den von der Regierung in Khartum unterstützten Dschandschawid-Milizen und den schwarzafrikanischen Rebellengruppen nicht verhindern. Die AU-Soldaten sollen in die vergrößerte Hybridmission aufgenommen werden.

          Resolution mehrfach gemildert

          Die Resolution war zuletzt mehrfach gemildert worden. Die westlichen Länder wollten Khartum eigentlich durch die Androhung von Sanktionen dauerhaft zur Kooperation verpflichten, strichen diese Passage dann aber aus der Resolution, um die Zustimmung Chinas und damit eine geschlossene Haltung des Sicherheitsrats zu erreichen. China hat starke wirtschaftliche Interessen in Sudan und lehnte Zwangsmaßnahmen deshalb ab. Nach der neuen Resolution dürfen die Friedenstruppen auch illegale Waffen nicht mehr beschlagnahmen.

          Nach Schätzungen internationaler Organisationen wurden in den vergangenen vier Jahren bei der „ethnischen Säuberung“ in Darfur mehr als 200.000 Menschen getötet. Bis zu 2,5 Millionen wurden vertrieben, viele flohen in die westlichen Nachbarländer Sudans, andere leben in Flüchtlingslagern in der Region. Die Regierung in Khartum weist den Vorwurf der gezielten Vertreibung der schwarzafrikanischen Bevölkerung zurück und beziffert die Zahl der Toten auf lediglich 9000.

          Weitere Themen

          Die SPD sagt vorerst Ja zur Groko

          Parteitag stimmt zu : Die SPD sagt vorerst Ja zur Groko

          Der Leitantrag zum Fortbestand der Großen Koalition findet auf dem Parteitag in Berlin eine breite Unterstützung: Die Genossen wollen ihre neuen Vorsitzenden stärken. Die sollen nun Gespräche mit der Union suchen.

          Keine Revolution Video-Seite öffnen

          SPD-Parteitag : Keine Revolution

          Wird das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans die SPD in eine erfolgreichere Zukunft führen? Daran kann man einige Zweifel haben, kommentiert F.A.Z.-Redakteurin Mona Jaeger.

          Topmeldungen

          Parteitag stimmt zu : Die SPD sagt vorerst Ja zur Groko

          Der Leitantrag zum Fortbestand der Großen Koalition findet auf dem Parteitag in Berlin eine breite Unterstützung: Die Genossen wollen ihre neuen Vorsitzenden stärken. Die sollen nun Gespräche mit der Union suchen.

          Merkel in Auschwitz : Die Bausätze des Hasses

          Die Lehre von Auschwitz lautet: Wehret den Anfängen! Schon die Vorgeschichte des Holocausts muss den Anhängern der freiheitlichen Demokratie daher eine Warnung sein.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.