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Pakistan : Mehr als 80 Tote bei Anschlag in Peshawar

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Kurz nach der Ankunft der amerikanischen Außenministerin Clinton sind im pakistanischen Peshawar bei einem Anschlag mehr als 80 Personen getötet worden. In der afghanischen Hauptstadt Kabul töteten die Taliban bei dem Angriff auf zwei Hotels auch sechs UN-Mitarbeiter.

          Kurz nach Ankunft der amerikanischen Außenministerin Clinton in Pakistan sind am Freitag bei einem Anschlag in der Provinzhauptstadt Peshawar mehr als 80 Personen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. In der afghanischen Hauptstadt Kabul griffen die Taliban zwei Hotels an; unter den zwölf Todesopfern befanden sich sechs ausländische UN-Mitarbeiter.

          Durch die Wucht der Detonation in Peshawar stürzte ein Gebäude auf dem Peepal-Mandi-Markt in der Altstadt ein. Viele Frauen wurden getötet. Frau Clinton sicherte der Regierung in Islamabad Amerikas „umfassende Unterstützung“ zu, ausdrücklich auch für die „militärische Offensive in Südwasiristan“. Die Ministerin lobte die „außergewöhnlichen Opfer“, die Armee und Regierung bei der Bekämpfung des islamischen Extremismus in Pakistan brächten. „Wir bewundern, was das pakistanische Militär macht“, sagte sie.

          Taliban: „Auftakt zur Gewalt vor Stichwahl“

          In Kabul hatten am Morgen mehrere Extremisten mit Sprengstoffwesten und automatischen Gewehren das Gästehaus der Vereinten Nationen gestürmt. Sie versuchten, Gäste als Geiseln zu nehmen. Bei Feuergefechten mit Sicherheitskräften kamen zwölf Personen ums Leben. Fast gleichzeitig wurde das Hotel Serena mit Raketen beschossen. Das einzige Fünfsternehotel Afghanistans war schon voriges Jahr Ziel eines Terrorangriffs gewesen.

          Nach dem Anschlag in Peshawar

          Die Taliban bezichtigten sich der Taten und sprachen von einem Auftakt zur Gewalt, die das Land am 7. November erwarte. Dann soll die Stichwahl um das Präsidentenamt abgehalten werden. Mehrere mit Wahlvorbereitungen befasste Personen in Kabul bekräftigten gegenüber dieser Zeitung ihre Sorge, die Wahlbeteiligung werde wegen der Gewalt weiter sinken, so dass die Legitimität des Wahlausgangs gefährdet sei.

          Ein Polizeisprecher bestätigte, dass bei dem Angriff auf das Gästehaus im Zentrum Kabuls sechs ausländische UN-Mitarbeiter getötet und mehrere weitere verletzt wurden. Unter den Todesopfern befindet sich ein Amerikaner; über die Nationalität der anderen wurde zunächst nichts mitgeteilt. Ebenfalls getötet wurden zwei afghanische Sicherheitskräfte, ein Zivilist sowie drei Angreifer. Präsident Karzai kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen für Ausländer würden verschärft. Die Vereinten Nationen verhängten für ihre Mitarbeiter landesweit eine mehrtägige Ausgangssperre.

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