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New York : Ahmadineschad darf Ground Zero nicht besuchen

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Aus Sicherheitsgründen will die Polizei Ahmadineschad nicht zu Ground Zero lassen Bild: dpa

Zur UN-Vollversammlung reist Irans Präsident Ahmadineschad nach New York. Dort wollte er einen Abstecher zum Ort der Anschläge vom 11. September 2001 machen. Der Plan sorgte für breite Empörung - und wurde nach anfänglichem Zögern abgelehnt.

          Die New Yorker Behörden haben das Gesuch des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad abgelehnt, Ground Zero besuchen zu dürfen. Die Entscheidung sei bereits vor einiger Zeit aus Sicherheitsgründen getroffen worden, teilte die Polizei der Metropole am Mittwoch (Ortszeit) mit. Ahmadineschad hatte aus Anlass seiner bevorstehenden Teilnahme an der Vollversammlung der Vereinten Nationen um die Erlaubnis gebeten, den Ort zweier Anschläge mit Flugzeugen vom 11. September 2001 zu besuchen. Ahmadineschad wird am Sonntag in New York erwartet, am Dienstag soll er - am selben Tag wie der amerikanische Präsident George W. Bush - vor der UN-Vollversammlung sprechen.

          Polizeipräsident Raymond Kelly hatte zunächst für Verwirrung gesorgt, weil er eine Begleitung des umstrittenen iranischen Präsidenten durch die städtische Polizei nicht ausgeschlossen und erklärt hatte, man verhandele mit der iranischen UN-Mission über die mögliche Organisation eines solchen Besuches. Zahlreiche Politiker und jüdische Organisationen protestierten daraufhin gegen den Plan. „Wer die Ziele von Al Qaida teilt, darf nicht die Erlaubnis bekommen, Ground Zero für propagandistische Zwecke zu nutzen“, schrieben die Präsidenten 50 jüdischer Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung.

          „Heiliger Boden für alle Amerikaner“

          Auch Anwärter auf die Präsidentschaftskandidatur aus beiden politischen Lagern kritisierten das Ansinnen. Ahmadineschad weigere sich, dem Terrorismus und der Unterstützung von Extremisten abzuschwören, sagte die Demokratin Hillary Clinton. Deshalb dürfe er den Ort des schwersten Terroranschlags auf die Vereinigten Staaten nicht besuchen.

          Der Republikaner und frühere New Yorker Bürgermeister Rudy Giuliani warf Ahmadineschad vor, Al-Qaida-Führern Schutz zu bieten und Aufständische im Irak zu unterstützen. „Ahmadineschad bei einem Besuch von Ground Zero - heiligem Boden für alle amerikanischen Bürger - zu helfen, wäre empörend“, sagte Giuliani. Bei den Anschlägen islamistischer Extremisten auf das einstige World Trade Center waren am 11. September 2001 fast 3000 Menschen ums Leben gekommen.

          Schon der Besuch Ahmadineschads in den Vereinigten Staaten anlässlich der UN-Vollversammlung ist höchst umstritten. Verschiedene Politiker forderten UN-Generalsekretär Ban Ki-moon dazu auf, die Einladung zurückzunehmen. Ban erklärte jedoch, die Vollversammlung der Vereinten Nationen stünde allen Mitgliedstaaten offen. Die Beziehungen zwischen Iran und den Vereinigten Staaten sind vor allem durch den andauernden Streit über Teherans Atomprogramm schwer belastet.

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