https://www.faz.net/-gpf-qwyp

Nach Gaza-Abzug : „Jetzt sind die Palästinenser an der Reihe“

  • Aktualisiert am

Die Rede zeigt, daß sich Scharons Ruf verbessert hat Bild: dpa/dpaweb

In seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen hat der israelische Ministerpräsident Scharon die Palästinenser aufgerufen, nach dem Gaza-Abzug „ihren Wunsch nach Frieden zu beweisen“.

          1 Min.

          In seiner ersten Rede vor den Vereinten Nationen hat der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon die Palästinenser in die Pflicht genommen und von ihrer Seite Schritte auf dem Weg zu einem Nahost-Frieden gefordert.

          Der Abzug Israels aus dem Gazastreifen eröffne den Palästinensern eine Chance zu handeln, sagte Scharon am Donnerstag vor der UN-Vollversammlung. „Die Palästinenser werden immer unsere Nachbarn sein“, sagte Scharon. „Wir respektieren sie und wollen nicht über sie herrschen. Sie verdienen auch die Freiheit und ein souveränes nationales Gebilde in ihrem eigenen Land.“

          Erekat: Israelis müssen vollständig abziehen

          Scharon fügte hinzu: „Jetzt sind die Palästinenser an der Reihe, ihren Wunsch nach Frieden zu beweisen.“ Die palästinensische Regierung stehe vor ihrer härtesten Prüfung: „Dem Terror und seiner Infrastruktur ein Ende zu bereiten, die Anarchie der bewaffneten Gruppen zu stoppen.“

          Naher Osten : Israel beendet Rückzug aus dem Gazastreifen

          In einer ersten Reaktion auf die Rede sagte der Verhandlungsführer der Palästinenser, Saeb Erekat, für eine Lösung der Probleme werde ein vollständiger israelischer Abzug aus allen besetzten Gebieten benötigt. Dazu gehörten das Westjordanland und Ostjerusalem. Erekat forderte Israel auch zur Wiederaufnahme von Verhandlungen über die Gründung eines Palästinenser-Staates auf. Israel hat dies abgelehnt, so lange die Palästinenser-Regierung nicht die radikalen Gruppen entwaffnet hat.

          Scharons Ruf hat sich verbessert

          Israel hatte sich einseitig für einen Abzug aus dem Gaza-Streifen entschieden und damit erstmals zusammenhängendes Land aufgegeben, das von den Palästinensern für einen Staat beansprucht wird. Daran knüpft sich die Hoffnung auf eine Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses.

          Die Vereinigten Staaten und Israel fordern von der Palästinenser-Regierung als nächsten Schritt, die gewalttätigen Gruppen zu entwaffnen. Mit dem Abzug ist es Israel gelungen, Bewegung in seine diplomatischen Beziehungen zu bringen und das Verhältnis zu Kritikern seiner Nahost-Politik zu verbessern. Scharons Rede vor den UN ist ein deutliches Zeichen dafür, wie sehr der Gaza-Abzug auch seinen persönlichen Ruf verbessert hat.

          Weitere Themen

          Mehr als tausend Raketen auf Israel

          Nach israelischen Angaben : Mehr als tausend Raketen auf Israel

          In der Nacht spitzt sich der Konflikt zu. Aus dem Gazastreifen feuern militante Palästinenser noch mehr Raketen Richtung Tel Aviv und töten weitere Menschen. Bei Israels Gegenangriffen werden Extremisten und Zivilisten getötet.

          Topmeldungen

          Mit Containern beladene Lastwagen stauen sich auf der Köhlbrandbrücke im Hafen von Hamburg.

          Deutschlands Zukunft : Nach der Wahl wird investiert

          Union, SPD, Grüne und FDP versprechen riesige Ausgabenprogramme für die Zeit nach der Bundestagswahl. Hier kommen Antworten auf die wichtigsten Fragen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.