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Korea : Südkoreanisches Manöver trotz Drohung Pjöngjangs

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Mit ostentativer Verstimmung, aber nicht mit der angedrohten militärischen Vergeltung hat die nordkoreanische Führung auf das südkoreanische Artilleriemanöver auf der Insel Yeonpyeong reagiert. Der UN-Sicherheitsrat konnte sich zuvor nicht auf eine gemeinsame Linie in dem Konflikt einigen.

          Mit ostentativer Verstimmung, aber nicht mit der angedrohten militärischen Vergeltung hat die nordkoreanische Führung in Pjöngjang auf das südkoreanische Artilleriemanöver auf der Insel Yeonpyeong reagiert. In einer Meldung der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA wurde die anderthalbstündige Übung mit scharfer Munition als „rücksichtslose militärische Provokation“ bezeichnet.

          Pjöngjang habe aber auf Vergeltung gegenüber Seoul verzichtet, weil die südkoreanischen Streitkräfte ihre Manöverzone gegenüber dem Vormonat verändert habe. Im November hatte der Norden die Insel mit Artilleriegranaten beschossen, wobei zwei südkoreanische Soldaten und zwei Zivilisten getötet wurden.

          Nach Angaben Pjöngjangs war der Beschuss - der schwerste Zwischenfall seit Unterzeichnung des Waffenstillstandsabkommens von 1953 - eine Reaktion darauf, dass südkoreanische Granaten bei dem November-Manöver in nordkoreanischen Gewässern eingeschlagen seien. Nordkorea betrachtet die Gewässer um Yeonpyeong als sein Gebiet. China und Russland hatten Südkorea vergeblich aufgefordert, auf eine neue Übung mit scharfer Munition zu verzichten.

          Südkoreanische Soldaten vor der Übung auf der Insel Yeonpyeong

          Keine Einigung im UN-Sicherheitsrat

          Der UN-Sicherheitsrat konnte sich am Wochenende zunächst nicht auf eine gemeinsame Linie in dem Konflikt einigen. Auf Antrag Russlands diskutierte der Rat am Sonntagabend zunächst darüber, wie Seoul und Pjöngjang offiziell zu Ruhe und Besonnenheit ermahnt werden sollen. Zuvor war eine Erklärung, in welcher die tödlichen Angriffe Pjöngjangs vom November verurteilt wurden, am Widerstand Pekings gescheitert.

          Diplomaten beim Sitz der UN berichteten, Moskau versuche nun, eine Präsidentenerklärung ohne bindende Wirkung statt eine Resolution zu erreichen. Darin sollen beide Seiten zur Zurückhaltung im Konflikt um die umstrittene Seegrenze im Gelben Meer aufgerufen werden. Zuletzt war der Rat nach Nordkoreas zweitem Atomwaffentest am 25. Mai zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengekommen. Dabei einigte man sich im Rat auf verschärfte Sanktionen gegen das Regime in Pjöngjang.

          „Pjöngjang will wieder Atom-Inspekteure der UN zulassen“

          Derweil berichtete der amerikanische Nachrichtensender CNN, dass Nordkorea bald wieder UN-Inspektionen eines Atomkomplexes zulassen werde. Der Sender berief sich auf den Gouverneur von New Mexiko und früheren amerikanischen Energieminister Bill Richardson, der auf Einladung eines ranghohen Funktionärs zu einer „privaten“ Friedensmission nach Pjöngjang gereist war.

          Zudem habe das kommunistische Land signalisiert, dass es Verhandlungen über den Verkauf von 12 000 Brennstäben ins Ausland aufnehmen wolle, berichtete CNN. Nordkorea hatte im April 2009 alle Inspekteure der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ausgewiesen. Zuvor hatte es ein Abkommen gekündigt, das internationale Wirtschaftshilfe im Gegenzug für den Verzicht auf sein Nuklearprogramm vorsah. Da Gouverneur Richardson, der am Montag die chinesische Führung über seinen Aufenthalt in Nordkorea unterrichtete, nicht mit offiziellem Auftrag nach Nordkorea gereist war, herrschte zunächst Unklarheit über die Bedeutung der Zusagen Pjöngjangs.

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