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Klimakonferenz in Durban : Bis einer umfällt

  • -Aktualisiert am

Brüllen, nicht beißen: Ein Protest am Strand von Durban Bild: AFP

Immer in die Pedale treten: Auf der Klimakonferenz in Durban geht es stets weiter jedoch kaum voran. Sicher ist nur eines. Die nächste Konferenz kommt bestimmt.

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          Kanada hat mal wieder gewonnen, das Land ist das „Fossil des Tages“. So hat Kanada auch in diesem Jahr wieder gute Aussichten als „Fossil des Jahres“ durchzugehen. Die tägliche Schmähung verleiht eine bunte Truppe der im Climate-Action-Network verbundenen Umweltgruppen. Sie wählen jeden Mittag das Land, dessen Regierung auf dem Weltklimagipfel die größten Anstrengungen unternimmt, den Fortgang der Verhandlungen zu blockieren. Die zweifelhafte Ehre durften in diesem Jahr auch schon die Türkei, Brasilien und die EU-Ratspräsidentschaft Polen genießen. Die Delegation Kanadas habe in Durban nur „das Mandat die Verschmutzer zu beschützen, nicht die Bürger“, ruft Isaac Astill, ein junger Australier, der heute den Conferencier gibt, den vielleicht hundert Zuschauern zu. Die antworten mit einem lauten und langen „Buh“.

          Andreas Mihm

          Wirtschaftskorrespondent in Wien.

          Hundert Meter weiter im Internationalen Kongresszentrum geht es ruhiger zu. Im klimatisierten Verhandlungssaal der Weltklimakonferenz ruft keiner aus den Reihen der 194 Delegationen „Buh“, allenfalls erlaubt man sich hier und da einen freundlichen Applaus. Dort geht es auch nicht um Kanada. Denn niemand hier hegt die Hoffnung, dass Kanada, Russland oder gar Amerika ihre rundherum ablehnende Position für international verbindliche und schärfere Ziele für den Klimaschutz überdenken könnten. Deutschlands Umweltminister Norbert Röttgen sagt dazu: „Die Situation ist anhaltend bedauerlich.“ Deshalb konzentriert sich alles auf China. China ist mit einem Anteil von gut 20 Prozent der größte Emittent von Treibhausgasen in der Welt. Es führt die Rangliste gemessen in absoluten Mengen vor Amerika, der EU und Indien an. Pro Kopf gerechnet liegt Chinas schnell wachsender Ausstoß an Treibhausgasen allerdings mit 6,5 Tonnen weit hinter Amerika (fast 20 Tonnen) oder Deutschland (zehn Tonnen).

          Industrieländer in der Verantwortung

          Das macht einen Teil des Problems aus. Denn die Schwellenländer weisen den Industriestaaten die „historische Verantwortung“ für den Klimawandel und damit nun eben auch für den Kampf gegen diesen zu. Die Industriestaaten, im Kern die EU und Australien, wollen dagegen ohne verbindliche Zusagen der Schwellenländer für ein weltweites Abkommen keine neuen Verpflichtungen eingehen. Dabei wäre ihnen die Verabredung auf einen „Fahrplan“ für die nächsten Jahre schon ausreichend.

          Montag hatte es nach einer Pressekonferenz just zu Beginn der zweiten Verhandlungswoche noch nach Aufbruch geklungen. Als wollten sie die sonntäglichen Hinweise von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Erwartungen an den Gipfel nur nicht zu hoch zu hängen, Lügen strafen, ließen die Chinesen durchblicken, sie würden sich auf einen „Fahrplan“ für ein Klimaabkommen 2020 einlassen. Zwar unter Bedingungen, aber immerhin. Damit stand China plötzlichen im Mittelpunkt der Gespräche auf den Fluren, in den Cafés und hinter den dünnen Stellwänden der Delegationsräume. Doch die Hoffnung trog.

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