https://www.faz.net/-gpf-utqc

Friedenstruppen in Darfur? : Neue Hoffnung für sudanesische Krisenregion

  • Aktualisiert am

Warten auf medizinische Hilfe: Flüchtlinge in Darfur Bild: AFP

Der Sudan hat Medienberichten zufolge mit den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union ein Abkommen über die Krisenregion Darfur unterzeichnet. Der gegenwärtige Konflikt forderte bislang 200.000 Menschenleben.

          1 Min.

          Der Sudan hat nach einem Bericht der amtlichen saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA mit den Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union (AU) ein Abkommen über die sudanesische Krisenregion Darfur unterzeichnet. In der Vereinbarung werden dem Bericht zufolge die jeweiligen Rollen der sudanesischen Regierung und der internationalen Organisationen festgelegt. Einzelheiten der Vereinbarung wurden zunächst nicht bekannt. Eine UN-Sprecherin in New York erklärte, sie könne den Bericht nicht umgehend bestätigen.

          Der sudanesische Präsident Omar al Baschir habe den saudischen König Abdullah am Sonntag telefonisch über die Vertragsunterzeichnung informiert, meldete SPA weiter. König Abdullah habe erklärt, das Abkommen werden im Sudan „Einheit, Sicherheit, Stabilität und Frieden“ unterstützen. Abdullah hatte bei einem arabischen Gipfel Ende März in Riad stundenlang mit Baschir und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon über Darfur gesprochen.

          Steinmeier spricht mit Ban über mögliche EU-Sanktionen

          Die immer kritischer werdende Lage in Darfur wird auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier beschäftigen, der in der Nacht zum Montag in New York eingetroffen ist. Steinmeier will mit UN-Generalsekretär Ban zusammenkommen, auch ein Treffen mit dem Vorsitzenden der Kommission der Afrikanischen Union, Alpha Oumar Konaré, ist vorgesehen.

          Bei den Gesprächen mit Ban stehen mögliche eigene Sanktionen der EU gegen die Regierung in Khartum auf dem Programm, wenn sie sich weiterhin dem wirksamen Einsatz einer gemeinsamen Friedenstruppe von Vereinten Nationen und Afrikanischer Union widersetzt.

          Dem Konflikt in Darfur sind schon mehr als 200.000 Menschen zum Opfer gefallen, mehr als 2,5 Millionen wurden zu Flüchtlingen.

          Ban hatte vor kurzem die Vereinigten Staaten und Großbritannien gebeten, mit ihrem geplanten Vorstoß für verschärfte Sanktionen gegen den Sudan zu warten. Ban brauchte nach eigenen Angaben mehr Zeit, um die Regierung in Khartum dazu zu bewegen, der Stationierung einer UN-Friedenstruppe in Darfur zuzustimmen. Im Gespräch war eine UN-Unterstützung für die geschwächte Friedenstruppe der Afrikanischen Union.

          Weitere Themen

          Schweigend im Gitterkäfig

          Urteil gegen Omar al-Baschir : Schweigend im Gitterkäfig

          Jahrelang hatte Omar al-Baschir in Sudan diktatorisch regiert. Ein Jahr nach seinem Sturz wurde er nun wegen Korruption verurteilt. Staatsanwälte wollen auch den Beginn seiner Herrschaft aufarbeiten.

          Topmeldungen

          Ringen um Abschlusspapier : Scheitert die Klimakonferenz?

          Es geht um die Absichtserklärung für mehr Klimaschutz: Die fast 200 Staaten können sich nicht einigen. Die Verhandlungen, die Freitag enden sollten, gehen in die zweite Nacht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.