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Darfur-Einsatz : Al Qaida ruft Sudanesen zum Krieg gegen Blauhelme auf

  • Aktualisiert am

Chinesische Soldaten bereiten sich auf ihren Einsatz in Darfur vor Bild: AFP

Die Vereinten Nationen bereiten in Darfur den größten Militäreinsatz ihrer Geschichte vor. Nun ruft Al-Qaida-Terrorist al Zawahiri die Sudanesen auf, die UN-Soldaten zu bekämpfen. Droht ein zweites Somalia? Terrorführer Bin Ladin will unterdessen Pakistan den Krieg erklären.

          Der Al-Qaida-Führer Ajman al Zawahiri hat die Muslime im Sudan zum bewaffneten Kampf gegen die geplante Darfur-Friedenstruppe der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union aufgerufen. Sie müssten „einen Dschihad (heiligen Krieg) gegen die Truppen organisieren, die nach Darfur einfallen, wie ihre Brüder den Widerstand in Afghanistan, dem Irak und Somalia organisiert haben“, sagte Zawahri in einer am Donnerstag im Internet veröffentlichten Videobotschaft. Dem sudanesischen Präsidenten Omar Hassan al Baschir warf Zawahiri vor, die Muslime verraten zu haben, indem er den internationalen Truppen entgegen früheren Versprechen zugestimmt habe.

          Durch den Konflikt in der westsudanesischen Region Darfur sind laut ausländischen Schätzungen etwa 200.000 Menschen ums Leben gekommen und 2,5 Millionen vertrieben worden. Arabische Reitermilizen bekämpfen dort offenbar mit Billigung der Regierung schwarzafrikanische Stämme. In die Region soll eine 26.000 Mann starke Friedenstruppe von UN und Afrikanischer Union entsandt werden. (Siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Keine schnellen Erfolge in Darfur)

          Bin Ladin will Pakistan den Krieg erklären

          Unterdessen will der Anführer des Terrornetzes Al Qaida, Usama bin Ladin, dem pakistanischen Präsidenten Pervez Musharraf und der pakistanischen Armee den Krieg erklären. Das geht aus einer am Donnerstag auf einer islamistischen Internetseite veröffentlichten Erklärung hervor. Ein entsprechendes Video soll in Kürze veröffentlicht werden.

          Bin Ladin hatte sich kurz vor dem sechsten Jahrestag des 11. September mit einem Video zu Wort gemeldet, in dem er unter anderem zur Abschaffung der Demokratie in den Vereinigten Staaten aufrief. Als Verbündeter Amerikas im internationalen Kampf gegen den Terrorismus steht Musharraf schon lange im Visier Al Qaidas. Musharraf stand vor allem auf der Seite der Vereinigten Staaten, als diese die radikalislamischen Taliban im Jahr 2001 in Afghanistan stürzten. Die Taliban hatten Bin Ladin Unterschlupf gewährt.

          Unter dem Druck Washingtons hat Musharraf seit zwei Monaten das Vorgehen gegen islamistische Kämpfer verschärft. Seit dem Sturm der Armee auf die Rote Moschee in Islamabad im Juli, in der sich Islamisten verschanzt hatten, erlebt Pakistan eine Welle von Selbstmordanschlägen, bei denen bisher mehr als 270 Menschen getötet wurden.

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