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Fälle innerhalb der UN : Vereinte Nationen wollen sexuelle Übergriffe bekämpfen

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António Guterres: Generalsekretär der Vereinten Nationen beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Addis Abeba Ende Januar Bild: Reuters

Mitarbeiter werfen den Vereinten Nationen eine „Kultur des Schweigens“ vor. Nun kündigt deren Generalsekretär an, gegen sexuelle Übergriffe vorzugehen.

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          UN-Generalsekretär António Guterres will sexuellen Übergriffen innerhalb der Vereinten Nationen ein Ende bereiten. „Wir werden sexuelle Belästigung niemals hinnehmen, nirgendwo“, sagte Guterres am Freitag. Die Führung der 193 Mitgliedstaaten zählenden Weltorganisation habe bei diesem Thema „null Toleranz“.

          Jeder Vorwurf werde ernst genommen, sagte Guterres. Innerhalb des UN-Sekretariats werde diesen Monat auch eine neue Telefon-Hotline eingerichtet, um Opfer vertraulich beraten zu können. Opfer und auch diejenigen, die bei sexuellen Übergriffen Hinweise gäben, würden künftig besser geschützt, sagte Guterres. Die UN-Spitze sei zudem erstmals zu gleichen Teilen von Frauen und Männern besetzt - in den rund 50 UN-Führungspositionen arbeiteten heute sogar etwas mehr Frauen als Männer.

          Inwieweit sich die Ankündigung auf die rund 44.000 UN-Mitarbeiter in aller Welt auswirkt, ist unklar. Erst vor zwei Wochen hatten Dutzende von ihnen in mehr als zehn Ländern anonyme Anschuldigungen von sexueller Belästigung bis hin zu Vergewaltigung erhoben. Mitarbeiterinnen der Vereinten Nationen warfen der internationalen Organisation eine „Kultur des Schweigens“ und der Straflosigkeit vor – Fälle von sexuellem Missbrauch würden nicht geahndet.

          Seit 2014 hat es auch immer wieder Vorwürfe gegen Blauhelmsoldaten wegen sexuellen Missbrauchs gegeben, etwa in der Zentralafrikanischen Republik.

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