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Vereinigte Staaten : Und noch ein alter Bekannter

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Donald Rumsfeld, bald wieder Verteidigungsminister Bild: dpa

Der frühere Verteidigungsminister ist der künftige Verteidigungsminister: Donald Rumsfeld ist wieder an die Spitze des Pentagon berufen worden. Dort arbeitete der 68-Jährige von 1975 bis 1977 schon unter Präsident Ford.

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          Der designierte US-Präsident George W. Bush hat den früheren Pentagon-Chef Donald Rumsfeld als künftigen Verteidigungsminister nominiert.

          Der 68-Jährige habe dem Land bereits als Verteidigungsminister unter Präsident Gerald Ford „einen außerordentlichen Dienst erwiesen“, sagte Bush. Er habe keinen Zweifel, dass Rumsfeld das Amt auch diesmal dank seiner „starken Vision“ und seines „herausragenden Urteilsvermögens“ erfolgreich ausüben werde. Rumsfeld sagte, er wolle ein Verteidigungsteam bilden, das auf die Unterstützung sowohl der republikanischen Partei als auch der Demokraten zählen könne.

          Pentagon statt CIA

          Die Ernennung Rumsfelds war für viele Beobachter überraschend gekommen. Bis vor kurzem hatte der frühere Senator Dan Coats noch als sicherer Kandidat für den Posten gegolten. Er hatte jedoch nach Medienberichten mehr Einfluss gefordert. Rumsfeld war dagegen bis vor wenigen Tagen noch als Chef des Geheimdienstes CIA im Gespräch gewesen.

          Rumsfeld war Verteidigungsminister unter Präsident Gerald Ford. 1962 war er für die Republikaner im Alter von 30 Jahren in den Kongress eingezogen. US-Präsident Richard Nixon entsandte ihn 1973 als US-Botschafter zur NATO nach Brüssel. Ford holte ihn im Jahr darauf als Stabschef ins Präsidialamt zurück, bevor Rumsfeld ein weiteres Jahr später nach dem Rückzug der USA aus Vietnam der jüngste Verteidigungsminister in der US-Geschichte wurde.

          Karriere in der Wirtschaft

          Nach seinem Ausscheiden aus dem Amt war Rumsfeld unter anderem Chef eines Pharmaunternehmens und Berater einer Investmentbank. 1997 wurde er Vorstandschef des Bio-Pharma-Unternehmens Gilead Science Inc..

          In der Politik sorgte er vor zwei Jahren als Chef einer Kommission für Aufsehen, die die Verwundbarkeit der USA durch ausländische Raketenangriffe untersuchte. Im Gegensatz zu einem drei Jahre zuvor erstellten Bericht des US-Geheimdienstes CIA kam die Kommission zu dem Schluss, dass einige Staaten vor dem Jahr 2011 zu Angriffen auf die USA in der Lage seien könnten. Rumsfelds Kommission erklärte, Staaten wie Nordkorea, Iran und schließlich der Irak könnten bereits eher über die nötige
          Technik verfügen, um die USA mit geringer oder gar keiner Vorwarnzeit anzugreifen. Bush will die Planungen für ein nationales Raketenabwehrsystem vorantreiben, dass die USA vor solchen Angriffen schützen soll.

          Mit Rumsfeld hat Bush acht der gegenwärtig 14 Kabinettsposten besetzt. Unter den Nominierten sind Colin Powell als künftiger Außenminister, Paul O' Neill als Finanz- und John Ashcroft als designierter Justizminister. Die Nominierungen müssen noch vom Senat bestätigt werden.

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