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Vatikan : Papst besetzt wichtige Führungsposten neu

  • -Aktualisiert am

Papst Franziskus Anfang Oktober auf dem Weg zur Eröffnung der Familiensynode in Rom Bild: dpa

Der amerikanische Kurienkardinal Burke äußerte Kritik wegen der Familiensynode zu Ehe und Sexualität. Nun löst Papst Franziskus ihn an der Spitze des obersten Gerichtshofs des Vatikans ab.

          Papst Franziskus hat wichtige Veränderungen in der Leitung der katholischen Kirche vorgenommen. So wird der bisherige Präfekt des obersten Gerichtshofs des Vatikans, der amerikanische Kurienkardinal Raymond Leo Burke, in dieser Funktion abgelöst und vom bisherigen „Außenminister“ des Kirchenstaats, dem Franzosen Dominique Mamberti, ersetzt. Das teilte der Vatikan am Samstag mit. Mambertis Nachfolger im Staatssekretariat wird der bisherige Vatikanbotschafter in Australien, der Brite Paul Richard Gallagher.

          Von jeher gab es Spannungen zwischen dem Papst und Burke. Der 66 Jahre alte Amerikaner gilt als hartnäckige Kritiker der päpstlichen Reformen von Kurie und Pastoral und muss sich nun mit einem Ehrenamt abfinden. Er wird Patron des Souveränen Malteserordens. Seit 2008 hatte der geradlinige Theologie sein Amt als Chef des Gerichtshofs versehen, hatte sich als streitbarer Fürsprecher der alten Liturgie einen Namen gemacht und galt auch deswegen im März 2013 als Kandidat für das Papstamt.

          Seit der Wahl des Argentiniers Bergoglio aber sank Burkes Stern. Im Dezember jenes Jahres wurde er nicht mehr in die Bischofskongregation berufen, und kurz darauf büßte er auch seinen Sitz in der Kongregation für Heiligsprechungen ein. Als Chef der Gerichtshofes hatte er an der jüngsten außerordentlichen Familiensynode per Amt teilnehmen können. Zur nächsten Bischofstreffen zur Familie im Herbst 2015 kann er nur kommen, sollte ihn der Papst dazu auffordern.

          Gegen Zugeständnisse an geschiedene Katholiken

          Kurz vor der jüngsten Synode war Burke mit vier weiteren Kardinälen als Autor eines Buches hervorgetreten, das die Lehre über das heilige Sakrament der Ehe ins Zentrum rückt und der Pastoral für eine barmherzig verzeihende Kirche wenig Spielraum gibt. Später sprach Burke von einer durch die Reformer verzerrten Berichterstattung aus der Synode, die kein Parlament mit demokratischen Regeln sein dürfe und forderte den Einspruch des Papstes. Zu seinen Mitstreitern gehörte auch der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, der Deutsche Gerhard Ludwig Müller.

          Aus der Nähe von Franziskus hieß es daraufhin, diese Herausforderung des Papstes habe dem Ansehen des Heiligen Vaters geschadet. In einem Gespräch mit dem Nachrichtenportal Aleteia verteidigte sich nun Burke gegen den Vorwurf, er sei ein „Gegner von Papst Franziskus“ und präzisierte seine jüngste Äußerung, wonach die katholische Kirche derzeit „wie ein Schiff ohne Führung“ erscheine: Damit habe er nicht den Papst gemeint. „Ich habe dies so beschrieben, weil mir etliche Gläubige die Kirche so geschildert haben“. Der Papst bleibe der rechtmäßige Nachfolger des Apostel Petrus, und damit ist alles gesagt“.

          Burkes Abschied ist nur ein Puzzlestein in der Kurienreform. Der Franzose Dominique Mamberti, der ihn ablöst, galt als Außenminister bisher als farblos. Der britische Vatikandiplomat Paul Richard Gallagher wird neuer Außenchef wird. Dem 1954 in Liverpool geborenen Beatles-Anhänger und bisherigen Nuntius in Australien wird nicht nur große  Welterfahrung nachgesagt; vor allem genieße der “kernige Brite” das Vertrauen von Franzikus, heißt es.

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