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Vatikan : Papst bekräftigt Entpflichtung Mixas

  • -Aktualisiert am

Papst Benedikt XVI. und der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa Bild: dpa

Nach einer Privataudienz bei Papst Benedikt XVI. ist Bischof Walter Mixa nun endgültig von seinen Ämtern „entpflichtet“. Er wird sich „zu einer Zeit des Schweigens zurückziehen“ und in der Seelsorge arbeiten. Wer sein möglicher Nachfolger wird, bleibt ungeklärt.

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          In einer privaten Audienz hat Papst Benedikt XVI. am Donnerstag den „emeritierten“ Augsburger Bischof Walter Mixa im Vatikan empfangen. Wie es in einer ausführlichen Miteilung des Heiligen Stuhls heißt, sei noch einmal die Endgültigkeit der Entpflichtung Mixas von seinen Ämtern bestätigt worden.

          „Bischof Mixa wird sich zu einer Zeit des Schweigens, der Sammlung und des Gebets zurückziehen und nach einer Periode der Heilungen und Versöhnung wie andere emeritierte Bischöfe für Aufgaben der Seelsorge im Einvernehmen mit seinem Nachfolger zur Verfügung stehen“.

          Mixa zeigt sich demütig

          Der 69 Jahre alte Mixa habe „in aller Ehrlichkeit und Demut sein Bekenntnis bekräftigt, dass er Fehler und Irrtümer begangen hat, die zu einem Vertrauensverlust führten und den Rücktritt unvermeidlich werden ließen“. Er habe neuerlich für all seine Fehler um Verzeihung gebeten, bitte aber „zu Recht“ auch darum, „dass man über seinen Fehlern das Gute, das er getan hat, nicht ganz vergessen möge“, heißt es weiter.

          Der Papst hofft, „dass die Vergebungsbitte auf offene Ohren und Herzen stoße und wünscht „nach einer Zeit oft maßloser Polemik“ die Versöhnung. Mit leiser Kritik an den Bischöfen in Deutschland forderte Benedikt XVI. auch, „dass die Mitbrüder im bischöflichen Amt, Bischof Mixa mehr als bisher ihre freundschaftliche Nähe, ihr Verstehen und ihre Hilfe zur Findung der rechten Wege spüren zu lassen“.

          Der Papst hatte am 8.Mai die kurzfristig widerrufene Bitte um Entpflichtung Mixas angenommen. Er entschied dabei „nach eingehender Prüfung“ auf Grundlage von Dokumenten der Augsburger Diözese und Gesprächen mit deutschen Bischöfen. Dabei war von dem widerrechtlichen Umgang mit Stiftungsgeldern die Rede, von dem zu langen Zögern bis zum Eingeständnis von „Watschn“ gegenüber Schutzbefohlenen, von homosexuellen Annäherungen und Alkoholproblemen.

          Neubesetzung noch unklar

          Die Mixa-Affäre hatte im Bistum Augsburg viel Streit entfesselt. Inzwischen wird bereits über mögliche Nachfolger spekuliert. Doch erst wenn klar sei, wohin Mixa nach einem Auszug aus dem Augsburger Bischofspalais gehe, könne auch über Kandidaten für den Bischofsstuhl diskutiert werden, hieß es. Bis zu einer Neubesetzung können Monate vergehen, und der Vatikan könnte einen Nachfolger von außen benennen.

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