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Der Vatikan und das Recht : Ein Prozess in einem absolutistischen Staat

Kardinal Becciu, der nun wegen einer großen Immobilien-Affäre im Vatikan vor Gericht steht, in einer Aufnahme aus dem Jahr 2018. Bild: AFP

Mit dem Prozess gegen Kardinal Becciu wegen einer Immobilien-Affäre will Papst Franziskus demonstrieren, dass der Vatikan zum Rechtsstaat wird. Doch das Verfahren könnte das Gegenteil belegen.

          3 Min.

          Im Vatikan, so scheint es, ist man bei aller Zerknirschung durchaus auch ein wenig stolz auf den ersten großen Strafprozess, der dort im Juli vor dem weltlichen Gericht erster Instanz eröffnet wurde. Schließlich soll das Verfahren gegen Angelo Kardinal Becciu und neun weitere Angeklagte der Weltöffentlichkeit zeigen, dass die Rechtskultur im Zentrum der katholischen Kirche das Niveau einer Bananenrepublik überwunden hat.

          Thomas Jansen
          Redakteur in der Politik.

          Die Botschaft, die Papst Franziskus vermitteln will, ist offensichtlich: Ein Kardinalshut ist kein Stoppschild mehr für vatikanische Ermittler. Doch der Prozess wegen einer unter dubiosen Umständen erfolgten Investition von 350 Millionen Euro in eine Londoner Immobilie könnte sich für den Vatikan als Bumerang erweisen. Und das nicht nur, weil womöglich weitere Details über einen sehr freihändigen Umgang mit Spendengeldern der Peterspfennig-Kollekte zutage gefördert werden.

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